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11.10.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Risiko, Therapie, Letalität

Akute Lungenembolie: Diagnostische und therapeutische Herausforderung?

Autor:
Dr. med. Ralf Felgendreher

In dieser monozentrischen Untersuchung (kardiologisch-angiologische Abteilung, Klinik der Schwerpunktversorgung) wurden die im Jahr 2012 und 2013 mit einer akuten Lungenembolien (LAE) diagnostizierten und behandelten Patienten untersucht und in Bezug auf Therapie, Risiko und Letalität verglichen.

Der Schweregrad wurde nach den bisher validierten Risikomarkern (PESI Score, rechtsventrikuläre Dysfunktion und Biomarker der myokardialen Schädigung ) entsprechend der ESC-Leitlinie „Guidelines on Diagnosis and Management of Acute Pulmonary Embolism 2014“ evaluiert.

Die praedisponierenden Faktoren (Tumorerkrankung, Immobilisation, Herzinsuffizienz, koronare Herzerkrankung, Diabetes mellitus, chronische Niereninsuffizienz, cerebraler Insult, Rezidivthrombose und Thrombophilie) wurden nach den Leitlinien bestimmt, ebenso die durchgeführte Diagnostik und Therapie [1, 2].

Alle Patienten bekamen initial eine Therapie mit unfraktioniertem oder niedermolekularem Heparin (Enoxaparin in gewichtsadaptierter Dosis). Nach Zulassung der direkten Antikoagulantien (DOAK; Rivaroxaban, Dabigatran und Apixaban) wurden diese initial bei Patienten mit niedrigem oder intermediärem Risiko auch zunehmend verabreicht (39 Patienten, 27%). In der Gruppe der Patienten mit hohem Risiko überwog die Therapie mit unfraktioniertem Heparin (84% vs. 16% mit niedermolekularem Heparin).


Eine systemische intravenöse Fibrinolysetherapie erfolgte bei einem Patienten (1,4%) in der intermediären Gruppe und bei 4 Patienten in der Hochrisikogruppe (21%). Als Besonderheit wurden in unserem Kollektiv 13 Patienten in der intermediären Gruppe (19%) und 6 der Hochrisikopatienten (30%) mit einer lokoregionalen intrapulmonalarteriellen Fibrinolyse mit Urokinase (4400 IE/kg Körpergewicht als Bolus und 4400 IE/kgKG/h über 12–24 h) therapiert (s. Tabelle).

Die Hospitalletalität lag in der Niedrigrisikogruppe bei 2,5 % (2 Patienten), in der intermediären Gruppe bei 7% (5 Patienten) und in der Hochrisikogruppe bei 58% (11 Patienten), die Gesamtletalität aller 170 Patienten betrug 10% (s. Abbildung).

Die akute Lungenembolie bleibt vor allem in der Hochrisikogruppe hinsichtlich schneller Diagnostik und erfolgreicher Therapieregieme mit einer Letalität von 58 % auch 2014 eine Herausforderung.

Therapie der Lungenembolie

Gesamtrisiko (n=170)Niedriges Risiko (n=80)Intermediäres Risiko (n=70))Hohes Risiko (n=20)

n%n%n%n%
Kontinuierliche Heparingabe342081013191684
Enoxaparingabe1046151635071316
Marcumar744427334260526
Direkte orale Antikoagulantien (DOAK)39232531131915
Systemische Notfallyse53011421
Lokale intrapulmonalarterielle Lyse191101319630


Literatur
Bildnachweise