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07.10.2016 | Endokrinologie mit Diabetologie | Nachrichten

LookAHEAD-Studie reloaded

Übergewichtige Diabetiker: Lebensstiländerung zahlt sich doch aus

Autor:
Peter Overbeck

Zahlen sich Lebensstiländerungen bei übergewichtigen Patienten hinsichtlich ihres kardiovaskulären Risikos aus? Wider Erwarten schienen solche Maßnahmen Ergebnissen der LookAHEAD-Studie zufolge ohne Nutzen zu sein – was durch eine neue Post-hoc-Analyse von Daten dieser Studie nun etwas relativiert wird.

Übergewicht und Adipositas begünstigen bekanntlich die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2. Die Konstellation aus Übergewicht/Adipositas plus Diabetes birgt ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Lebensstilveränderungen zur Gewichtsreduktion und Steigerung der körperlichen Fitness könnten hier vorbeugend wirken.

Ob sie diese präventive Wirkung tatsächlich haben, ist vor einiger Zeit in der Look-AHEAD-Studie geprüft worden. Dafür sind mehr als 5.145 übergewichtige oder adipöse Patienten mit Diabetes zwei Behandlungsgruppen zugeteilt worden: In der einen waren intensive Lebensstilinterventionen angesagt, in der andern beschränkte man sich auf eine allgemein Beratung in Gesundheitsfragen.

„Katastrophale Botschaft“

Zur Bestürzung der Experten konnten am Ende keine relevanten Auswirkungen der intensiven Lebensstilveränderungen auf die Inzidenz von kardiovaskulären Ereignissen nachgewiesen werden. Das sei eine „katastrophale Botschaft“, so PD Dr. Michael Lehrke vom Universitätsklinikum Aachen auf einer Pressekonferenz im Rahmen der DGK-Herztage in Berlin. Ist also alle Mühe zur Verbesserung des kardiovaskulären Risikoprofils durch grundlegende Änderung der Lebensweise bei Diabetikern vergeblich?

Nein, ist sich Lehrke sicher. Bestätigt sieht er sich auch durch positive Ergebnisse einer kürzlich publizierten Post-hoc-Analyse der LookAHEAD-Autoren. Sie haben darin gezielt jene Studienteilnehmer aus beiden Gruppen unter die Lupe genommen, die im ersten Jahr der Studie ihr Körpergewicht um mindestens 10 % verringern konnten.

Signifikante Risikoreduktion um 21 %

Und siehe da: Zumindest Patienten mit entsprechender Gewichtsreduktion hatten im Follow-up-Zeitraum von rund zehn Jahren ein signifikant um 21 % niedrigeres Risiko für den primären Studienendpunkt (kardiovaskulär verursachter Tod, Herzinfarkt, Schlaganfall, Hospitalisierung wegen Angina pectoris) als Patienten mit unverändertem Gewicht oder Gewichtszunahme (p = 0,034). Nach Ansicht der Studienautoren legt dieses Ergebnis nahe, dass eine Assoziation zwischen dem Ausmaß der Gewichtsabnahme und der Inzidenz von kardiovaskulären Erkrankungen bei Personen mir Typ-2-Diabetes besteht. 

Literatur

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