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12.01.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Kürzlich Stent, jetzt Operation

Erhöhtes perioperatives Herzrisiko von Stent-Patienten

Autor:
Dr. Dirk Einecke

Bei Stent-Patienten ist im ersten halben Jahr nach dem Koronareingriff das perioperative Risiko bei allgemeinchirurgischen Eingriffen unter bestimmten Konstellationen deutlich erhöht.

Jeder fünfte Herzpatient mit Koronarstent muss sich in den Folgejahren einem allgemeinchirurgischen Eingriff unterziehen. Sowohl das koronare Stenting als auch die Operation erhöhen das Risiko für kardiale Komplikationen. Bisher ist jedoch wenig bekannt, wie viel die beiden Eingriffe jeweils zur Risikoerhöhung beitragen.

In einer großen retrospektiven Studie ist dies nun untersucht worden. Autoren aus Birmingham in Alabama hatten dazu die kardiovaskulären Komplikationen von knapp 62.000 Stent-Patienten innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Stentplazierung untersucht. Sie verglichen die Komplikationsraten von 20.590 in dieser Frist operierten Stent-Patienten mit doppelt so vielen gut gematchten Stent-Patienten, bei denen kein allgemeinchirurgischer Eingriff vorgenommen wurde.

Insgesamt zeigte sich, dass sowohl das Risiko für Herzinfarkte und/oder für koronare Revaskularisationseingriffe (3,1 vs. 1,9%) als auch die Mortalität bei den operierten Patienten (1,4vs. 0,4%) in den ersten 30 Tagen nach der Operation höher war als bei nicht operierten Patienten.

Dabei bestand eine deutliche zeitliche Korrelation zum kardiologischen Eingriff: Wenn kurz nach dem Stenting operiert wurde, war das gegenüber nicht operierten Patienten zusätzliche Herzrisiko am höchsten (3,5%). Nach sechs Wochen lag es bei 2,8%, zwischen sechs Wochen und sechs Monaten bei 2%. Nach Ablauf eines halben Jahres pendelte es sich bei knapp 1% ein.

Neben der zeitlichen Nähe zum Herzkathetereingriff konnten weitere Faktoren identifiziert werden, die das perioperative Herzrisiko erhöhen. Dazu zählen komplexe und schwierige Operationen sowie die Tatsache, dass ein beschichteter Stent implantiert wurde. In diesen Konstellationen sollte geprüft werden, so das Fazit der Autoren, ob die Operation nicht erst nach Ablauf von sechs Monaten seit dem Kathetereingriff verschoben werden kann.  

Literatur

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