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21.07.2017 | Erkrankungen des Endokards und der Herzklappen | Nachrichten

Mitralklappeninsuffizienz

Perkutane Rekonstruktion hat auch nach Mitralklappenoperation Erfolg

Autor:
Philipp Grätzel

Nach chirurgischer Mitralklappenreparatur entwickelt ein Teil der Patienten im Verlauf erneut eine moderate bis schwere Mitralinsuffizienz. Eine interventionelle Edge-to-Edge-Rekonstruktion der Mitralklappe kann bei diesen Patienten Insuffizienzgrad und klinische Symptomatik verbessern.

Kardiologen der Medizinischen Klinik und Poliklinik I der Universität München berichten im „Journal of the American College of Cardiology“ über die retrospektive Analyse von insgesamt 57 Patienten, die nach chirurgischer Mitralklappenreparatur bei erneuter Mitralinsuffizienz Grad 3 oder 4 eine Rekonstruktion in Edge-to-Edge-Technik („MitraClip“) erhalten hatten. Es handelte sich durchweg um Patienten mit hohem Operationsrisiko. Das mittlere Alter betrug 76 Jahre.

Die Ärzte interessierten sich zum einen für den Erfolg der Prozedur in Abhängigkeit von der Ätiologie der ursprünglichen Mitralklappenproblematik, zum anderen für den mittel- bis längerfristigen klinischen Verlauf. Follow-up-Daten von mehr als einem Monat standen für 47 der 57 Patienten zur Verfügung. Der mittlere Nachbeobachtungszeitraum betrug bei diesen 47 Patienten knapp 16 Monate.

Was die Prozedur selbst angeht, so sei diese auch bei postoperativen Patienten durchführbar, so die Münchner Kardiologen. Sie beziffern die prozedurale Erfolgsrate, definierte als maximal Mitralinsuffizienz Grad 2, auf 84%. Das war unabhängig von der Ätiologie der Mitralklappenproblematik, insbesondere unabhängig davon, ob es sich ursprünglich um eine primäre oder sekundäre Mitralinsuffizienz gehandelt hatte.

Auch ob die Patienten im Rahmen der Operation einen Annuloplastie-Ring erhalten hatten oder nicht, hatte keinen Einfluss auf den prozeduralen Erfolg. Bei fünf von neun Patienten, bei denen die Prozedur nicht klappte, probierten die Kardiologen allerdings gar nicht erst, einen Clip zu setzen, um eine mögliche Mitralstenose zu vermeiden. All diese Patienten hatten einen Annuloplastie-Ring, der zu einer Verringerung der Klappenöffnungsfläche „(downsizing“) geführt hatte.

Was das echokardiographische und klinische Outcome angeht, können sich die Ergebnisse sehen lassen. Hatten vor dem Eingriff alle Patienten eine Mitralinsuffizienz 3. oder 4. Grades, waren es nach knapp 16 Monaten Follow-up von den 47 Patienten, für die Follow-up-Daten vorlagen, nur 18% (p<0,001). Der Anteil der Patienten mit einer Herzinsuffizienzsymptomatik (NYHA III oder schlechter) sank ebenfalls signifikant von 87% auf 34% (p<0,001).

Insgesamt zeige die Kohorte, dass der MitraClip-Eingriff nach Mitralklappenoperation bei Patienten mit hohem Operationsrisiko möglich ist, so das Fazit der Münchener. Das Verfahren sei insbesondere dann hilfreich, wenn Valve-in-Ring-Prozeduren keine Option sind.

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