Nachrichten 06.12.2019

Trikuspidal-Insuffizienz: TRILUMINATE-Studie mit positiven 1-Jahres-Daten

Anhaltend günstige Effekte bei der Edge-to-Edge-Reparatur der Trikuspidalklappen: In der TRILUMINATE-Studie hält die nach Intervention erreichte, klinische Verbesserung über 12 Monate an.

Die TRILUMINATE-Studie ist  eine einarmige Multicenterstudie bei 85 Patienten mit moderat bis stark ausgeprägter Trikuspidalinsuffizienz (TI). Die kürzlich publizierten Primärergebnisse hatten wie berichtet gezeigt, dass sich der eingesetzte TriClip, ein dem MitraClip sehr ähnliches Produkt, gut platzieren lässt und dass sich die echokardiographisch gemessene TI 30 Tage nach dem Eingriff bei 86% der Patienten um mindestens eine Stufe verbesserte hatte. Dies ging einher mit einem Anstieg des Anteils an Patienten mit NYHA-Klasse I oder II von 25% auf 80% nach 30 Tagen.

Studienleiter Prof. Dr. Georg Nickenig von der Medizinischen Klinik II am Universitätsklinikum Bonn hat jetzt bei der Konferenz PCR London Valves in London erste 1-Jahres-Daten seiner Studie vorgestellt. Sie beziehen sich auf die ersten 50 rekrutierten Patienten, von denen 40 für das 1-Jahres-Follow-up berücksichtigt werden konnten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Reparaturergebnisse anhaltend sind und dass viele Patienten auch nach einem Jahr noch eine bessere Lebensqualität und Funktionalität aufweisen als vor der Intervention.

Konkret hatten 64% der nach einem Jahr verfügbaren Patienten eine maximal moderate TI, ähnlich wie im 30-Tage-Follow-up. Vor Intervention waren es bei denselben Patienten nur 4%. Klinisch in NYHA-Klasse I oder II waren nach einem Jahr 80% der Patienten, gegenüber 22% zu Studienbeginn. Diese Unterschiede waren jeweils statistisch signifikant. Ebenfalls signifikante Verbesserungen im Vergleich zur Baseline gab es beim Lebensqualitäts-Score KCCQ und bei der 6-Minuten-Gehstrecke. Letztere betrug 296 Meter zu Beginn und 331 Meter nach 12 Monaten.

Die Kardiologen haben sich auch die echokardiographischen Befunde ein Jahr nach Edge-to-Edge-Reparatur angesehen. Dabei hätten sich Hinweise auf ein reverses Remodelling gefunden, so Nickenig in London. Konkret gingen der rechtventrikuläre enddiastolische Durchmesser und das Volumen des rechten Vorhofs jeweils signifikant zurück.

Was die schweren unerwünschten Wirkungen angeht, waren fünf Patienten bis zum 1-Jahres-Follow-up verstorben. Vier der Todesfälle wurden als nicht mit dem Device assoziiert und einer als wahrscheinlich nicht mit dem Device assoziiert klassifiziert. Zwei neue, schwere Blutungen, die zwischen Tag 30 und dem 1-Jahres-Follow-up auftraten, wurden ebenfalls als nicht mit dem Device assoziiert klassifiziert. Insgesamt habe es damit keine neuen Device-assoziierten Sicherheitsereignisse nach dem 30-Tage-Follow-up gegeben, so Nickenig.

Literatur

Nickenig G. Percutaneous Edge-to-Edge Repair for Tricuspid Regurgitation: Initial 1 Year Outcomes from the TRILUMINATE Clinical Trial. OCR London Valves 2019.

Highlights

Reisen mit Herzinsuffizienz

Mobilität bei Herzinsuffizienz ist erstrebenswert – was aber, wenn der Patient gleich eine Fernreise plant? 

Corona, COVID-19 & Co.

Aktuelle Meldungen zu SARS-CoV-2 bzw. zu der Lungenkrankheit COVID-19 finden Sie in diesem Dossier.

Aktuelles und Neues aus der Kardiologie

Synkopen: Wie hoch ist das Unfallrisiko wirklich?

Fahrverbote bei Synkopen können Unfälle verhindern, sind aber auch belastend für die Betroffenen. In einer Studie wurde jetzt das Risiko von Personen mit Synkopen und das von anderen Patienten und Patientinnen der Notaufnahme verglichen.

Starke Zunahme von Herzerkrankungen in den USA erwartet

In den kommenden Jahrzehnten werde in den USA das Ausmaß an kardiovaskulären Risikofaktoren und Erkrankungen in der Bevölkerung erheblich zunehmen, prognostizieren US-Forscher. Dieser Trend wird nach ihrer Schätzung aber nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen betreffen.

Nach Vorhofflimmern-Ablation: Blanking-Periode sollte kürzer sein

Unmittelbar nach Katheterablationen auftretende Vorhofflimmern-Episoden werden oft als vorübergehendes harmloses Phänomen betrachtet. Solche Frührezidive werden in der sog. „Blanking-Periode“, die in der Regel drei Monate umfasst, deshalb nicht als „echte“ Rezidive gezählt. Kardiologen halten die bisher propagierte Zeitspanne aber für zu lang.  

Aus der Kardiothek

Herzinsuffizienz: Optimal-Medikamentöse-Therapie (OMT), und ... was noch?

Medikamente sind die Eckpfeiler einer adäquaten Herzinsuffizienztherapie. Darüber hinaus gibt es zusätzliche Optionen, die für manche Patienten eine Lösung darstellen können. Anhand von Fallbeispielen erläutert Dr. med. Andreas Rieth welche das sind.

Digitale Kardiologie anno 2022 – von Zukunftsvisionen bis sinnvollem Einsatz im Alltag

Die digitale Kardiologie ist nicht nur ein Trend, sie eröffnet eine realistische Chance, die Versorgung von Patientinnen und Patienten zu verbessern. Dr. med. Philipp Breitbart gibt Tipps für den Einsatz solcher Devices im Alltag.

Muss eine moderne Herzinsuffizienztherapie geschlechtsspezifisch sein?

Medikamente wirken bei Frauen oft anders als bei Männern. Dr. med. Jana Boer erläutert, wie sich diese Unterschiede auf die pharmakologische Herzinsuffizienztherapie auswirken, und was Sie dabei beachten sollten.

Urlaub/© Nastco / Getty Images / iStock
Corona/© Naeblys / Getty images / iStock
kardiologie @ home/© BNK | Kardiologie.org