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22.02.2016 | Nachrichten | Onlineartikel

Verlängerte Sekundärprophylaxe

Erweiterte Zulassung für Thrombozytenhemmer Ticagrelor

Autor:
Peter Overbeck

Die Europäische Kommission hat die Indikation  für Ticagrelor erweitert. Danach ist dieser Thrombozytenhemmer künftig auch zugelassen für die verlängerte Behandlung von Patienten mit einem Herzinfarkt in der Vorgeschichte und  erhöhtem Risiko für ein weiteres atherothrombotisches Ereignis.

Ticagrelor (Brilique®) ist in der Europäischen Union schon seit einiger Zeit in der Dosierung von 90 mg zweimal täglich zur Prävention atherothrombotischer Ereignisse bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom zugelassen. Diese Zulassung gilt für alle Formen des akuten Koronarsyndroms (ST-Hebungsinfarkt, Nicht-ST-Hebungsinfarkt, instabile Angina pectoris) und basiert auf den Ergebnissen der PLATO-Studie.

Nach der jetzt erteilten Zulassungserweiterung kann künftig eine Behandlung mit Ticagrelor (60 mg zweimal täglich) als fortgesetzte Therapie an eine vorangegangene einjährige duale Antiplättchen-Therapie (etwa mit Ticagrelor 90 mg zweimal täglich plus Acetylsalicylsäure (ASS) oder andere duale plättchenhemmmende Therapien) angeschlossen werden. Dies gilt für Patienten mit einem mindestens zwölf Monate zurückliegenden Herzinfarkt.

Grundlage der aktuellen Zulassungserweiterung für Ticagrelor in der Dosierung von 60 mg zweimal täglich sind die Ergebnisse der PEGASUS TIMI-54-Studie, an der mehr als 21.000 Patienten beteiligt waren, die alle mindestens ein Jahr (maximal drei Jahre) vor Studieneinschluss einen Myokardinfarkt erlitten hatten.

In PEGASUS TIMI-54 ist die Wirkung einer langfristigen Prävention mit Ticagrelor (mediane Follow-up-Dauer: 33 Monaten) auf die Ereignisse kardiovaskulärer Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall (primärer kombinierter Endpunkt) im Vergleich zu Placebo untersucht worden. Alle Teilnehmer erhielten zudem eine plättchenhemmende Therapie mir ASS in niedriger Dosierung.

Unter der Behandlung mit Ticagrelor wurde die Rate für diese kardiovaskulären Ereignisse signifikant gesenkt. Sie lag nach drei Jahren bei 7,8 Prozent im 60-mg-Ticagrelor-Arm und 9,0 Prozent im Placebo-Arm, was einer relativen Risikoreduktion um 16 Prozent entspricht (p=0,004). Zu diesem Unterschied trug vor allem die Reduktion von Herzinfarkt-Rezidiven durch Ticagrelor bei.

Blutungskomplikationen traten unter dualer Plättchenhemmung mit ASS plus Ticagrelor signifikant häufiger auf, jedoch waren die Raten  aufintrakranieller sowie tödlicher Blutungen niedrig und im Vergleich zu Placebo nicht signifikant unterschiedlich.

Literatur

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