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25.05.2018 | EuroPCR 2018 | Nachrichten

Ergebnisse der SORT OUT VIII-Studie

Zwei Stents im Direktvergleich – sind dünnere Streben von Vorteil?

Autor:
Veronika Schlimpert

Zwei Stents, die in der Praxisroutine bereits eingesetzt werden, stellten sich einem Direktvergleich: Synergy und NeoFlex. Beide DES haben eine bioresorbierbare Polymerbeschichtung, doch einer scheint in der Handhabung einen gewissen Vorteil zu haben. 

Die beiden medikamentenbeschichteten Stents Synergy™ (Boston Scientific) und NeoFlex™ (Biosensors) sind in Europa kommerziell erhältlich und haben bereits in die hiesigen Katheterlabore Einzug erhalten. Beide sind mit einer abbaubaren Polymerbeschichtung versehen. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied: Der Everolimus-freisetzende Synergy-Stent hat deutlich dünnere Stentstreben als der Biolimus-freisetzende NeoFlex-Stent (81 vs. 112 µm).

„Target Lesion Failure“ vergleichbar

In der randomisierten SORT OUT VIII-Studie mit 2.800 Teilnehmern haben sich beide Stents einem Direktvergleich unterzogen. Ein Gewinner scheint daraus auf dem ersten Blick nicht hervorzugehen.

Beim primären Endpunkt – der „Target Lesion Failure“ (TLF) – schnitten beide Stents ähnlich gut ab: So kam es mit dem NeoFlex-Stent innerhalb der nächsten 12 Monate in 4,4%  der Fälle zu einem kardial bedingten Todesfall, Herzinfarkt im Zielgefäß oder einer erneuten Zielgefäß-Revaskularisation; mit dem ultradünnen Synergy-Stent war das bei 4,0% der damit behandelten Patienten der Fall (p für Nichtunterlegenheit < 0,001).

Auffällig ist, dass die Kurven früh zugunsten des ultradünnen Stents auseinandergehen, sich aber über die Zeit wieder annähern. Dieser Unterschied ist nach Ansicht von Michael Maeng, der die Ergebnisse auf dem EuroPCR in Paris vorstellte, auf das zeitlich divergierende Auftreten definitiver Stentthrombosen zurückzuführen (insgesamt 0,9 vs. 0,7%). Mit dem Biolimus-freisetzenden Stent (BES) seien frühe Stentthrombosen häufiger vorgekommen, berichtete der am Aarhus University Hospital tätige Kardiologe. Späte Stentthrombosen habe es dagegen nur mit dem ultradünnen Everolimus-freisetzenden Stent (EES) gegeben. 

Bessere Platzierbarkeit

Bei den sekundären Endpunkten scheint sich ein gewisser Vorteil für den ultradünnen Stent herauszukristallisieren. Denn die Implantation des NeoFlex-Stents missglückte häufiger als die Platzierung des Synergie-Stents: in 3,0 vs. 1,8% der Fälle kam es zu einem sog. „device delivery failure“. Auch seien in der BES-Gruppe häufiger Myokardinfarkte jeglicher Art aufgetreten, berichtete Maeng. Mit dem EES war das Risiko für patientenbezogene Endpunkte (Gesamtsterblichkeit, Myokardinfarkt und klinisch bedingte Revaskularisationen) letztlich um immerhin relativ 20% niedriger, das Signifikanz wurde aber knapp verfehlt (p=0,052).

Maeng zufolge scheint es „wenig überraschend, dass ein Stent mit dicken Streben schwieriger zu implantieren ist als ein dünner Stent.“ Gerade bei Patienten mit komplexen Läsionen, die ja ebenfalls an der Studie teilgenommen haben, sei ein dünner Stent leichter zu implantieren. Wie Maeng berichtet, habe der Synergie-Stent in dieser Subgruppe auch tendenziell, aber statistisch nicht signifikant, besser abgeschnitten. 

Literatur

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