Nachrichten 28.05.2019

Haltbarkeit von Transkatheter-Aortenklappen: 10-Jahres-Marke in erster Studie erreicht

Weitaus rigoroser, als es bei chirurgisch implantierten Herzklappen je der Fall war, wird derzeit die langfristige Haltbarkeit von Transkatheter-Aortenklappen untersucht. Jetzt gibt es eine erste Studie, in der die Dauer der Nachbeobachtung  schon bis zu zehn Jahre beträgt.

Die interventionelle Methode der Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) hat ihren klinischen Nutzen in neuen Studien jüngst auch bei Patienten mit Aortenstenose und niedrigem Operationsrisiko unter Beweis gestellt. Absehbar ist, dass im Zuge einer erweiterten Indikation zunehmend jüngere Patienten Transkatheter-Herzklappen erhalten werden. Allerdings ist die Datenlage bezüglich der Haltbarkeit dieser Herzklappen derzeit noch limitiert.

Doch das ändert sich laufend. Beim EuroPCR-Kongress sind jetzt erstmals 10-Jahres-Daten einer Studie  zur langfristigen Funktionsfähigkeit von Transkatheter-Aortenklappen vorgestellt worden. Eine kanadische Untersuchergruppe um Dr. Janarthanan Sathananthan vom St. Paul’s Hospital in Vancouver hat dafür unter 287 Patienten, die zwischen 2005 und 2009 einer TAVI-Prozedur unterzogen worden waren, insgesamt 19 Patienten (6,6%) ausfindig gemacht, die zehn Jahre nach dem Eingriff noch am Leben waren.  

Bei allen Patienten dieser kleinen und sehr selektiven Subgruppe war mehr als acht Jahre nach der TAVI-Prozedur eine echokardiografische Untersuchung  vorgenommen worden.

Rund 75% aller untersuchten Klappen funktionierten normal

Auch nach zehn Jahren – zu diesem Zeitpunkt waren die Patienten im Schnitt 88 Jahre alt - funktionierten die Transkatheter-Klappenprothesen bei  13 der 19 Patienten (74,6%) noch immer normal. Drei Patienten  (17,7%) hatten  eine schwere strukturelle Klappendegeneration (standardisierte EAPCI-Definition) entwickelt, von denen zwei einer Re-Intervention unterzogen worden waren.  In einem Fall (5,9%) war eine moderate  Klappendegeneration bei einem mittleren Druckgradienten von 32 mmHg und milder Aortenklappeninsuffizienz festgestellt worden.

Bei Befragungen von Patienten und Angehörigen stellte sich heraus, dass die Lebensqualität der meisten Patienten gut war und 62,5% von ihnen noch gut beweglich und nicht auf Mobilitätshilfe angewiesen waren.

Allerdings können die 10-Jahres-Resultate bei diesen Patienten, die zum Zeitpunkt der TAVI im Schnitt 78 Jahre alt waren, nichts darüber aussagen, wie es um die Haltbarkeit von TAVI-Klappensystemen bei jüngeren Patienten steht. Da die damals implantierten Klappenprothesen (Sapien- oder Cribier-Edwards-Klappen) längst nicht mehr verwendet werden, geben die Ergebnisse auch keinen Aufschluss über die Langlebigkeit heute gebräuchlicher TAVI-Klappensysteme der neuesten Generation. Bis dass für diese Systeme entsprechende Langzeitdaten zur Haltbarkeit vorliegen, wird noch einige Zeit vergehen.

Literatur

Sathananthan J.:  Ten year follow-up of patients treated with transcatheter aortic valve implantation. Vorgestellt beim Kongress EuroPCR 2019, 21. – 24. Mai 2019, Paris