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04.12.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Edoxaban

Faktor-Xa-Hemmer: Gutes Sicherheitsprofil bei älteren Patienten

Autor:
Jochen Aumiller

Das Blutungsrisiko von antikoagulierten Patienten mit Vorhofflimmern steigt mit dem Alter signifikant, das bestätigte eine Subgruppenanalyse der ENGAGE-AF-TIMI-48-Studie, in der Edoxaban, ein spezifischer Faktor-Xa-Inhibitor, mit dem Vitamin-K-Antagonisten Warfarin verglichen wurde. Edoxaban erwies sich auch in den hohen Altersgruppen als mindestens gleichwertig.

In der ENGAGE-Studie wurden zwei Dosierungskonzepte von Edoxaban geprüft: Die Initialdosis von 60 mg täglich und sowie 30 mg. Beide Dosierungen sollten halbiert werden, wenn ein niedriges Körpergewicht oder Niereninsuffizienz vorlag oder als Begleitmedikation ein P-Glykoprotein-Inhibitor wie Verapamil oder Dronedaron notwendig war.

In einer präspezifizierten Untergruppenanalyse wollten die Studienplaner wissen, wie sich Edoxaban im Vergleich mit Warfarin bei älteren Patienten mit Vorhofflimmern verhält. Dazu wurden die 21.105 Studienpatienten in drei Gruppen aufgeteilt: <65 (n=5497), 65 bis 74 (n=7134), 75 und darüber (n=8474). Die Endpunkte waren Schlaganfälle oder systemische Embolien oder aber Blutungen nach der Klassifizierung der International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH).

Zunächst fiel auf, dass die Risiken für schwere Blutungen, aber auch für Schlaganfälle und systemische Embolien mit dem Alter signifikant (p<0,001) zunahmen, und zwar unabhängig vom verwendeten Antikoagulanzien-Regime.
Wirksamkeit und Sicherheit der Einmalgabe von beiden Edoxaban-Dosierungen war Warfarin nicht unterlegen, wobei darauf hinzuweisen ist, dass die Patienten unter Warfarin sehr gut eingestellt waren (68,4% im therapeutischen Bereich TTR).

Herausragendes Ergebnis war die absolute Risikoreduktion beider Dosierungen von Edoxaban hinsichtlich der schweren Blutungen und besonders der häufig fatal endenden Hirnblutungen, wobei die absolute Risikoreduktion mit der Altersgruppe anstieg. So betrug die Rate an Hirnblutungen unter Warfarin in der Gruppe der über 75-Jährigen 1,2% pro Jahr, Edoxaban erreichte im Vergleich dazu eine weitere absolute Risikoreduktion von 0,7% im Hochdosisarm (tgl. 60 mg) oder von 0,9% (tgl. 30 mg) im Niedrigdosisarm. Das ist klinisch umso bedeutsamer, als gerade im Alter die Blutungen häufiger werden.

Literatur

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