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17.09.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

FAMOUS-Studie

NSTEMI: FFR-Messung hilfreich bei der Therapiewahl

Autor:
Peter Overbeck

Die Messung der Fraktionellen Flussreserve (FFR) zur Beurteilung der funktionellen Bedeutung von Koronarstenosen macht bei Patienten mit Nicht-ST-Hebungs-Myokardinfarkt (NSTEMI) offenbar einen Unterschied: Es wird sich seltener für eine invasive revaskularisierende Therapie entschieden.

Alleinige visuelle Beurteilung der Koronarangiografie oder Messung der Fraktionellen Flussreserve (FFR) zur Objektivierung der funktionellen Relevanz von Koronarstenosen?

Die Frage, welche der beiden diagnostischen Optionen bei der Entscheidung über das Therapiemanagement hilfreicher ist, kann auch bei Patienten mit Nicht-STHebungs-Myokardinfarkt (NSTEMI) gestellt werden. Allerdings gab es darauf bisher mangels Studiendaten keine klare Antwort.

Studie bei 350 NSTEMI-Patienten

Aufschlussreiche Informationen dazu liefert jetzt die beim ESC-Kongress von Dr. Colin Berry aus Glasgow vorgestellte FAMOUS-NSTEMI-Studie.

Aufgenommen in die Studie wurden 350 mit kürzlich aufgetretenem NSTEMI und mindestens einer relevant erscheinenden Koronarstenose. Bei allen Patienten wurden zusätzlich zur Angiografie routinemäßig FFR-Messungen vorgenommen, deren Ergebnisse aber nur in der Hälfte der Fälle den zuständigen Ärzten offengelegt wurden.

Geprüft werden sollte, ob die Kenntnis der FFR-Befunde Änderungen der auf visueller Beurteilung gründenden initialen Therapieentscheidungen zur Folge haben würde.

Therapieänderung bei jedem fünften Patient

Das hatte sie. Nach Offenlegung der FFR-Messergebnisse resultierten bei 21,6 Prozent aller Patienten Modifikationen des Therapiemanagements.

Bei nicht wenigen Patienten wurde die initial getroffene Entscheidung für eine invasive Revaskularisation (perkutane Koronarintervention oder Bypass-Operation) zugunsten einer rein medikamentösen Therapie zurückgenommen.

Höherer Anteil an medikamentös behandelten Patienten

Der Anteil ausschließlich medikamentös behandelter Patienten - er bildete den primären Studienendpunkt - war demzufolge in der Gruppe mit FFR-gesteuertem Therapiemanagement signifikant höher als in der Gruppe mit nur auf visueller Beurteilung basierender Therapie (22,7 versus 13,2 Prozent).

Durch Berücksichtigung der FFR-Messergebnisse bei der Therapieentscheidung sind also möglicherweise vielen Patienten mit nicht Ischämien induzierenden Koronarstenosen überflüssige Revaskularisationen erspart geblieben.

FAMOUS-NSTEMI ist allerdings als Studie nicht dafür ausgelegt gewesen, um Unterschiede bei der Häufigkeit klinischer Ereignisse zuverlässig aufdecken zu können. Um definitiv klären zu können, ob ein FFR-gesteuertes Therapiemanagement langfristig auch unter prognostischem Aspekt von Vorteil ist, bedarf es einer weitaus größeren Studie mit mehreren tausend Teilnehmern.

Literatur

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