Onlineartikel 03.11.2015

Herzinsuffizienz: Neuartiger Wirkstoff verbessert linksventrikuläre Funktion

Omecamtiv Mecarbil, ein neuartiger Wirkstoff zur Verbesserung der Pumpleistung des Herzens bei Herzinsuffizienz, hat in einer Phase-II-Studie günstige Effekte auf die kardiale Hämodynamik bewiesen.

Mehrere neue Therapiekonzepte, von denen man sich eine Verbesserung der Behandlung von Patienten mit akuter oder chronischer Herzinsuffizienz erhofft, werden derzeit klinisch geprüft. Ein potenzieller Kandidat für die künftige Herzinsuffizienz-Therapie ist unter anderen der Myosin-Aktivator Omecamtiv Mecarbil.

Myosin ist bekanntlich ein wichtiges Motorprotein in Muskelfasern, das an der Umwandlung von chemischer Energie in Kraft und Bewegung beteiligt ist. Myosin bildet zusammen mit Aktin die kontraktile Einheit des Muskels.

Verlängerung der Systolendauer

Omecamtiv Mecarbil verlängert die zyklusabhängige Interaktion von Myosin mit Aktin und bewirkt so eine Verlängerung der Systolendauer und eine Verbesserung der kardialen Kontraktilität. Im Gegensatz zu anderen positiv inotrop wirksamen Arzneimitteln verändert der neue Myosin-Aktivator nicht die zelluläre Kalziumkonzentration oder die Kontraktionsgeschwindigkeit. Die Verlängerung der Systolendauer geht allerdings auf Kosten einer Verkürzung der Diastolendauer, was die Möglichkeit einer verringerten Myokardperfusion implizieren könnte.

Die Unternehmen Amgen und Cytokinetics, die Omecamtiv Mecarbil gemeinsam entwickeln, informieren aktuell über positive Ergebnisse der sogenannten Expansionsphase der Phase-II-Studie COSMIC-HF. Im ersten Teil der Studie waren zunächst drei orale Formulierungen des Myosin-Aktivators getestet worden, um davon eine für die weitere Prüfung in der größeren und längeren Expansionsphase der Studie auszuwählen.

An der Expansionsphase nahmen 448 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und linksventrikulärer systolischer Dysfunktion teil. Sie wurden randomisiert drei Gruppen zugeteilt und 20 Wochen lang entweder mit Omecamtiv Mecarbil (25 mg zweimal täglich oder 25 mg mit Dosistitration auf 50 mg zweimal täglich, in Abhängigkeit von den gemessenen Plasmakonzentrationen) oder mit Placebo behandelt. Die gesamte Follow-up-Dauer betrug 24 Wochen.

Schlagvolumen verbessert

Im Fokus stand primär die Analyse der Plasmakonzentration des Wirkstoffs. Als sekundäre Endpunkte wurden darüber hinaus diverse kardiale Funktionsparameter analysiert. Diese Analyse ergab bei einigen Parametern signifikante Verbesserungen durch Omecamtiv Mecarbil, so bei der systolischen Auswurfzeit und beim Schlagvolumen. Auch beim kardialen Biomarker NT-proBNP als Gradmesser für die Schwere der Herzinsuffizienz waren günstige Veränderungen zu beobachten.

Die pharmakodynamischen Effekte von Omecamtiv Mecarbil waren durchweg dosisabhängig. In der Gruppe mit Dosistitration waren zudem günstige Effekte auf die Ventrikelkonfiguration (Abnahme der linkventrikulären endsystolischen und enddiastolischen Durchmesser) und eine signifikante Reduktion der Herzfrequenz zu verzeichnen.

Literatur

Pressemitteilung: Amgen and Cytokinetics announce positive topline results from COSMIC-HF, a phase-2 trial of omecamtiv mecarbil in patients with chronic heart failure, vom 27. Oktober 2015.