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27.06.2016 | Herzinsuffizienz | Nachrichten

Herzinsuffizienz

Kardiale Resynchronisationstherapie: Auch ein Antiarrhythmikum?

Autor:
Philipp Grätzel

Die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) dient eigentlich der Optimierung der Herzleistung bei Patienten mit Herzinsuffizienz. Doch wirkt sie auch auf den Kammerrhythmus? Eine neue Metaanalyse spricht dafür.

Bei Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz und breiten QRS-Komplexen kann die CRT Symptome lindern, die Lebensqualität verbessern und das Überleben verlängern. Als Mechanismus wird dabei üblicherweise eine Verbesserung der LV-Funktion durch Optimierung der Kontraktilität und Verringerung des Remodellings genannt. Umstritten ist, ob die positiven Folgen der CRT-Therapie insbesondere auf Überleben und Krankenhauseinweisungen auch dadurch bedingt sind, dass ventrikuläre Tachykardien verhindert oder verkürzt werden.

Metaanalyse von 13 Studien

US-Kardiologen aus Louisiana, Kentucky und Iowa haben sich jetzt 13 randomisierte und nicht randomisierte Studien zur CRT mit insgesamt 4.631 Teilnehmern in einer Metaanalyse im Hinblick auf diese Fragestellung angesehen.

Dabei wurden Studien berücksichtigt, bei denen Informationen über ventrikuläre Arrhythmien vorlagen und bei denen entweder CRT-D und ICD direkt verglichen wurden oder bei denen es Vorher-nachher-Daten nach Aktivierung einer CRT-Funktion gab.

Bei Respondern Arrhythmie-Risiko mehr als halbiert

Es zeigte sich, dass die Patienten in den CRT-Armen insgesamt eine um ein Viertel niedrigere Inzidenz an ventrikulären Arrythmien aufwiesen. Im nächsten Schritt wurde dann unterschieden zwischen den Patienten, die echokardiografisch auf die CRT ansprachen und jenen, bei denen das nicht der Fall war. Auch diese Ergebnisse passten ins Bild: CRT-Responder hatten ein um mehr als die Hälfte niedrigeres Risiko für ventrikuläre Arrhythmien als CRT-Nonresponder (OR 0,436; 95%-KI 0,32–0,59).

Nach Aussage der Autoren handelt es sich bei dieser Arbeit um die bisher größte Metaanalyse zu den seit Jahren umstrittenen rhythmologischen Folgen einer CRT-Therapie. Die Ergebnisse werden dahingehend interpretiert, dass jene, die echokardiografisch von einer CRT profitieren, dadurch tendenziell auch rhythmologisch einen Nutzen haben. Die immer wieder postulierten proarrhythmogenen Effekte der CRT scheinen also zumindest bei den CRT-Respondern im statistischen Mittel kein Thema zu sein.

Noch Klärungsbedarf bei Non-Respondern

Anders könnte es bei den CRT-Nonrespondern sein. Diese hatten in der vorliegenden Metaanalyse, allerdings lediglich auf Basis von drei Studien, im Vergleich zu ICD-Patienten ein höheres Arrhythmie-Risiko, um etwa die Hälfte (OR 1,50; 95%-KI 1,23–1,83). Hier wäre es demnach denkbar, dass proarrhythmogene Effekte der CRT überwiegen.

Ob daraus klinische Konsequenzen gezogen werden sollten, lasse sich auf Basis der vorliegenden Metaanalyse nicht sagen, so die Autoren. Sie plädieren für prospektive randomisierte Studien mit standardisierten CRT-Protokollen, um das besser auszuleuchten. 

Literatur

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