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22.02.2019 | Herzinsuffizienz | Nachrichten

Biomarker-Substudie der PARADIGM-HF-Studie

Wirkt Sacubitril/Valsartan bei Herzinsuffizienz auch der Myokardfibrose entgegen?

Autor:
Peter Overbeck

Die bessere klinische Wirksamkeit von Sacubitril/Valsartan im Vergleich zu Enalapril  bei chronischer Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion  könnte zum Teil auf günstigen Veränderungen profibrotischer Prozesse im Myokard basieren, legen neue Forschungsergebnisse nahe.

Zu den wichtigen Pathomechanischen, die der Entwicklung einer Herzinsuffizienz zugrunde liegen, zählen unter anderen fibrotische Myokardveränderungen.  Ausmaß und Verteilung dieser Veränderungen werden durch homöostatische Prozesse bestimmt, die den Kollagenmetabolismus steuern. Die Kollagensynthese durch myokardiale Fibroblasten wird durch hämodynamische, neurohumorale, metabolische und andere profibrotische und antifibrotische Faktoren beeinflusst, die bei Erkrankungen wie Herzinsuffizienz aktiviert sind.

Ergebnisse einer neuen, auf Biomarker-Messungen basierenden Substudie der PARADIGM-HF-Studie legen nun nahe, dass eine Behandlung mit Sacubitril/Valsartan der profibrotischen Aktivierung   anscheinend stärker entgegenwirkt als der ACE-Hemmer Enalapril. Darin könnte zumindest eine mechanistische Teilerklärung für die in PARADIGM-HF gezeigte signifikant stärkere Reduktion von Mortalität und Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz durch Sacubitril/Valsartan liegen.

Eine internationale Gruppe von PARADIGM-HF-Autoren um Dr. Michael R. Zile von der Medical University of South Carolina in Charleston hat in dieser Substudie bei Teilnehmern der PARADIGM-HF-Studie zu Beginn ((n = 2,067) sowie erneut nach acht Monaten (n = 1,776) eine ganze Reihe von Biomarkern gemessen, die Aufschluss über die Regulation der extrazellulären Matrixbildung einschließlich Kollagensynthese und –abbau geben können. 

Stärkere Abnahme profibrotischer Biomarker unter Sacubitril/Valsartan

Zunächst verglichen die Forscher um Zile die Ergebnisse ihrer Messungen mit in der Literatur  publizierten Daten einer Kontrollgruppe ohne Herzinsuffizienz als Referenz. Festgestellt wurde, dass profibrotische Prozesse anzeigende Biomarker (Aldosteron, sST2, TIMP-1, Gal-3, PINP und PIIINP) bei den PARADIGM-HF-Teilnehmern im Vergleich zur Referenzgruppe erhöht und Biomarker des Kollagen-Abbaus (MMP-2 und -9) erniedrigt waren.

Zum Zeitpunkt nach acht Monaten zeigte sich bei der erneuten Messung, dass die profibrotische Signalwege widerspiegelnden Biomarker Aldosteron, sST2, TIMP-1, MMP-9, PINP und  PIIINP in der mit Sacubitril/Valsartan behandelten Gruppe stärker abgenommen hatten als in der Enalapril-Gruppe.

Die Höhe der initial gemessenen Spiegel für die profibrotischen Biomarker sST-2, TIMP-1 und PIIINP korrelierte mit der Höhe der Rate für den primären Studienendpunkt (kardiovaskuläre Mortalität und Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz). Zudem waren Veränderungen der Biomarker-Spiegel im Verlauf von acht Monaten mit entsprechenden Veränderungen beim primären Endpunkt assoziiert. Je stärker etwa die sST2-Abnahme in Relation zum Ausgangswert, desto stärker war auch die Abnahme der entsprechenden Ereignisrate.

 

Literatur

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