Nachrichten 14.03.2019

PET/CT verrät früh, welche Bioklappen Probleme machen

Nicht alle bioprothetischen Aortenklappen halten ewig. Manche kalzifizieren, was früher oder später die Klappenfunktion beeinträchtigt. Eine Studie zeigt jetzt, dass sich Patienten, die das betrifft, mit PET/CT früh identifizieren lassen.

Bioprothetische Aortenklappen wie jene, die bei TAVI-Eingriffen genutzt werden, können durch Kalkan- und -einlagerung degenerieren. Auf CT-Aufnahmen bzw. der CT-Angiografie sind diese Verkalkungen zu sehen, aber erst relativ spät. Wissenschaftler um Dr. Timothy Cartlidge von der Universität Edinburgh haben jetzt gezeigt, dass eine 18F-Fluorid-PET/CT hinsichtlich der Detektion von Verkalkungen wesentlich sensitiver ist und auch Vorhersagen über den Funktionsverlust der TAVI-Klappen erlaubt.

Die 18F-Fluorid-PET/CT ist eine auch zur Darstellung anderer Gefäßverkalkungen eingesetzte Methode. Sie macht Mikroverkalkungen sichtbar. In ihrer Studie haben die britischen und kanadischen Ärzte insgesamt 71 Patienten, die wegen einer Aortenstenose eine Bioklappe erhalten hatten und zu Studienbeginn keine klinischen Hinweise auf Klappenprobleme aufwiesen, mittels PET/CT untersucht.

Bei separater Auswertung der CT zeigten 14 Patienten einen pathologischen Klappenbefund. Wurde die PET-Komponente mit ausgewertet, waren es 24. Die Patienten mit 18F-Fluorid-Aufnahme in der PET/CT zeigten im Lauf von zwei Jahren eine statistisch signifikant stärkere Verschlechterung der Klappenfunktion als jene, bei denen das initiale PET/CT unauffällig war. Dies betraf mehr oder weniger alle echokardiographischen Parameter für eine Klappenfunktionsabnahme. Wurden nur die 14 Patienten mit auffälliger CT-Untersuchung ausgewertet, fand sich im 2-Jahres-Follow-up im Schnitt kein Unterschied zu den Patienten ohne auffälliges CT.

Befunde derzeit noch ohne therapeutische Konsequenzen

Die PET/CT differenzierte demnach deutlich besser zwischen Patienten, die sich echokardiographisch verschlechtern und solchen, die sich nicht echokardiographisch verschlechtern. Insgesamt zehn Patienten entwickelten im Laufe der zwei Jahre eine klinische Klappendysfunktion. Alle zehn hatten zu Studienbeginn ein Auffälliges PET/CT. Und in der multivariaten Analyse war die 18F-Fluorid-Aufnahme der einzige unabhängige Prädiktor für eine künftige Klappendysfunktion.

Der kleine Schönheitsfehler an der Studie ist, dass eine auffällige Klappe im PET/CT im Moment noch keine therapeutischen Konsequenzen nach sich zieht. Die schottische Arbeit eröffnet aber neue Forschungsfelder. So wäre denkbar, TAVI-Patienten nach einem bestimmten Zeitraum zu screenen und jene, die ein auffälliges PET/CT aufweisen, beispielsweise mit PCSK9-Hemmern oder anderen stark anti-atherosklerotischen Therapien zu behandeln. So könnte einer Abnahme der Klappenfunktion vielleicht entgegengewirkt werden.

Literatur

Dweck MR et al. Detection and Prediction of Bioprosthetic Aortic valve Degeneration. J Am Coll Cardiol 2019; 11.3.2019; DOI: 10.1016/j.jacc.2018.12.056

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