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10.01.2019 | Herzklappenfehler | Nachrichten

Klappeninterventionen

Intrakardiale Druckmessung identifiziert MitraClip-Risikopatienten

Autor:
Philipp Grätzel

Druckmessungen im linken Herzen während einer MitraClip-Prozedur können dazu beitragen, Patienten zu identifizieren, die eine schlechtere Prognose aufweisen – unabhängig vom echokardiografischen Befund.

Der Erfolg einer MitraClip-Prozedur wird während der Intervention in der Regel mit Hilfe einer transösophagealen Echokardiografie (TEE) evaluiert. Die Methode hat aber Grenzen, weil sie abhängig ist von der linksventrikulären Funktion und auch vom Untersucher. Vor diesem Hintergrund haben sich Herzchirurgen und Kardiologen vom Herzzentrum am Universitätsspital Zürich den Nutzen einer kontinuierlichen linkskardialen und speziell linksatrialen Druckmessung im Rahmen von MitraClip-Prozeduren genauer angesehen.

Bei insgesamt 50 Patienten, sieben von zehn mit degenerativer Mitralklappeninsuffizienz, wurde der Zusammenhang zwischen Prognose und linksatrialem Mitteldruck (LAmP) sowie v-Welle der linksatrialen Druckkurve (LAvP) untersucht. Dabei wurden die Vorhofdrücke als LAmP-Index bzw. LAvP-Index jeweils auf die linksventrikulären enddiastolischen und endsystolischen Drücke (LVEDP, LVESP) bezogen, um Schwankungen in der Nachlast auszugleichen. Diese verbesserte sich durch die Intervention in der TEE-Untersuchung im Mittel und erwartungsgemäß von Grad III auf Grad 0. Das ging im Mittel einher mit einer signifikanten Verringerung von LAvP, LAmP, LVEDP und LAvP-/LAmP-Index sowie mit einem signifikanten Anstieg des LVESP.

Die Züricher haben dann in einer multivariaten Analyse untersucht, welcher der intraprozedural erhobenen Parameter mit erneuten Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz korrelierte. Dabei zeigte sich, dass nur ein intraprozeduraler Anstieg des LAmP-Index diesbezüglich prädiktiv war. Und zwar war das Rehospitalisierungsrisiko bei Patienten mit LAmP-Index-Anstieg um das gut Dreifache erhöht (HR 3,4; 95%-KI 3,2–3,6; p = 0,007).

Eine postinterventionelle Mitralklappeninsuffizienz von Grad II oder schlechter im TEE war dagegen nicht prädiktiv für Rehospitalisierungen. Sie war auch nicht prädiktiv für die Entwicklung von Luftnot der NYHA-Klassen III oder IV im Follow-up. Auch bei diesem Parameter war lediglich ein Anstieg des LAmP-Index prädiktiv.

Literatur