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04.07.2019 | Herzrhythmusstörungen | Nachrichten

Telemonitoring

Alleinige Fernüberwachung kardialer Implantate ist sicher

Autor:
Philipp Grätzel

Patienten mit kardialen Implantaten können auch dann sicher versorgt werden, wenn sie keine routinemäßigen Praxistermine erhalten. In der RM-ALONE-Studie zeigten sich keine Risiken und kein starker Anstieg ungeplanter Praxisbesuche.

Die ersten Ergebnisse der von Biotronik unterstützten RM-ALONE-Studie waren beim ESC-Kongress 2018 in München vorgestellt worden. Jetzt wurden die vollständigen Ergebnisse im European Heart Journal veröffentlicht. An der Studie nahmen 445 Patienten teil, die entweder ICD-Träger oder Schrittmacher-Träger waren. Bei allen Patienten wurden die Implantate mit der Home Monitoring Funktion des Herstellers überwacht und zusätzlich alle sechs Monate die Funktionsdaten abgefragt. In der einen Gruppe gab es zusätzlich alle sechs Monate einen Praxistermin.

Nicht-Unterlegenheit von Fernüberwachung belegt

Das machte keinen großen Unterschied, sodass die Nicht-Unterlegenheit einer allein auf Fernüberwachung setzenden Versorgungsstrategie belegt werden konnte. 20 Prozent der Patienten in der Gruppe mit ausschließlicher Fernüberwachung und 19,5 Prozent in der Gruppe mit zusätzlichen Praxisbesuchen erlebten in einem Zweijahreszeitraum mindestens ein schweres kardiovaskuläres Ereignis. (p=0,006 für Nicht-Unterlegenheit) Auch in separater Analyse von Schrittmacher- und ICD-Trägern fanden sich keine relevanten Unterschiede.

Fernüberwachung sparte Zeit

Was die Praxisbesuche angeht, lag die Gesamtzahl in der Gruppe mit Praxisbesuchen erwartungsgemäß deutlich höher, nämlich um den Faktor fünf. Interessanter ist die Zahl der ungeplanten Praxisbesuche. Die unterschied sich nämlich nicht wesentlich: 54,5 Prozent der Patienten in der Gruppe mit alleiniger Fernüberwachung hatten im Studienzeitraum einen ungeplanten Praxisbesuch. In der Gruppe mit regulären Praxisbesuchen alle sechs Monate war diese Quote mit 45,3 Prozent nur unwesentlich geringer. (p=0,15) Die Fernüberwachung sparte auch Zeit: Pro Abfrage brauchte ein Arzt bzw. eine medizinische Fachangestellte im Schnitt 5 Minuten in der Gruppe mit Fernüberwachung gegenüber 10 Minuten in der Gruppe mit Praxisbesuchen.

Literatur

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