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01.10.2018 | Hypertonie | Nachrichten

Arterielle Hypertonie

Renale Denervation: Welche Ablationstechnik ist die beste?

Autor:
Philipp Grätzel

Bei Patienten mit therapieresistenter Hypertonie senkte in der randomisierten RADIOSOUND-HTN-Studie eine endovaskuläre Ultraschallablation den Blutdruck stärker als Radiofrequenzablation (RFA). Das galt aber nicht, wenn bei RFA-Patienten Seitenäste mit abladiert wurden.

Die schrittweisen Versuche, den Stellenwert der renalen Denervation in der Hypertonietherapie nach der negativ verlaufenen Großstudie SYMPLICITY HTN-3 durch besser designte Pilotstudien zu ermitteln, gehen weiter. 

Bei der TCT-Tagung in San Diego wurden jetzt die Ergebnisse einer weiteren derartigen Pilotstudie vorgestellt, einer randomisierten, dreiarmigen Studie mit 120 Patienten mit therapieresistenter Hypertonie.

Radiofrequenz gegen Ultraschall

Anders als in Studien wie SPYRAL HTN-OFF MED, SPYRAL HTN-ON MED – beides RFA-Studien – oder RADIANCE-HTN SOLO – eine Ultraschallstudie – hatte die RADIOSOUND-HTN-Studie keine Sham-Gruppe, sondern es wurden aktive Verfahren verglichen. Konkret trat eine Ultraschallablation von Nervenfasern im Hauptstamm der A. renalis gegen eine RFA im A. renalis Hauptstamm sowie, in einer dritten Gruppe, gegen eine RFA an, die auch die A. renalis-Seitenäste umfasste.

Dabei zeigte sich, dass der ambulant gemessene systolische Blutdruckabfall drei Monate nach Intervention als primärer Endpunkt in der Ultraschallgruppe am stärksten ausgeprägt war. Der Druck ging im Mittel um 13,2 mmHg systolisch nach unten. Der Ausgangswert in der Gesamtstudie lag im Mittel bei 153 mmHg. In der Gruppe, in der mittels RFA nur der Renalis-Hauptstamm abladiert wurde, fiel der systolische Druck im Mittel um 6,6 mmHg, und in der Gruppe, in der per RFA zusätzlich die Seitenäste abladiert wurden, waren es 8,3 mmHg. 

Statistisch war der Unterschied zwischen Ultraschallablation und RFA des Renalis-Hauptstamms signifikant, nicht dagegen der Unterschied zwischen Ultraschallablation und umfassender RFA unter Einbeziehung der Seitenäste. Auch der Unterschied zwischen den beiden RFA-Gruppen war nicht signifikant.

Ultraschall geht tiefer

Die Autoren der zeitgleich in Circulation publizierten Daten zeige sich von ihrem Studienergebnis nicht überrascht. Die RFA reiche nur bis in etwa 3 mm Tiefe, während sympathische Nervenfasern im Renalis-Hauptstamm bis in etwa 10 mm Tiefe nachweisbar seien, erläutern Dr. Karl Fengler und Kollegen aus Leipzig. Ein ballongekühlter Ultraschallkatheter erreiche etwa 6 bis 7 mm Eindringtiefe. 

Schwerer zu erklären ist das – anderen Studien widersprechende – etwa gleich gute Abschneiden der beiden RFA-Gruppen. Ein möglicher Grund ist den Autoren zufolge, dass der Anteil der Patienten mit isolierter systolischer Hypertonie in der RADIOSOUND-HTN-Studie überdurchschnittlich hoch war. Patienten mit isolierter systolischer Hypertonie schneiden in Denervationsstudien eher schlechter ab als Patienten mit kombinierter Hypertonie. Auch sei die Anzahl der Ablationen in der RADIOSOUND-HTN-Studie geringer gewesen als beispielsweise in den SPYRAL-HTN-Studien.

Literatur

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