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31.03.2016 | Nachrichten | Onlineartikel

SHOCK COOL Studie

Hypothermie im kardiogenen Schock nicht effektiv

Autor:
Philipp Grätzel

Die Leipziger Pilotstudie SHOCK COOL zur therapeutischen Hypothermie bei Patienten im kardiogenen Schock findet keinen Nutzen für eine Absenkung der Körperkerntemperatur auf 33 Grad. Es scheint aber auch nicht zu schaden.

Eine milde therapeutische Absenkung der Körperkerntemperatur (Hypothermie) auf je nach Studie 33 bis 36 Grad hat bei vielen Schockformen günstige Effekte auf den Verlauf und die Prognose des Schocks. Lediglich beim kardiogenen Schock gebe es zur Hypothermie bisher nur sehr wenige Daten, betonte Dr. Georg Fürnau vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck.

Einer der Gründe ist, dass Patienten im kardiogenen Schock in vielen Studien ausgeschlossen wurden, weil befürchtet wurde, dass die Hypothermie das Herz zusätzlich belasten könnte.

Experimentelle Studien stützen das Konzept

In der Zwischenzeit hat es freilich zahlreiche experimentelle Untersuchungen gegeben, die nahelegen, dass eine Hypothermie auch bei Patienten im kardiogenen Schock hilfreich sein könnte. So führte die therapeutische Hypothermie in einer Untersuchung der Universität Graz am Großtiermodell zu einer Stabilisierung der Hämodynamik und einer Verbesserung der Sauerstoffversorgung.

Umso enttäuschender sind die von Fürnau bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim vorgestellten Ergebnisse der SHOCK COOL Pilotstudie. An dieser in Leipzig durchgeführten, prospektiv-randomisierten, monozentrischen Studie nahmen 40 intubierte und beatmete Patienten im kardiogenen Schock teil. Bei 20 wurde die Körperkerntemperatur zusätzlich zum konventionellen Schockmanagement auf 33 Grad abgesenkt.

Hypothermie-Behandlung ohne Erfolg

Das brachte praktisch nichts. Weder beim primären Endpunkt, dem Cardiac Power Index nach 24 Stunden, noch bei der venösen Sauerstoffsättigung noch beim Noradrenalin- bzw. Dobutaminbedarf gab es signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Auch die kurzfristige und langfristige Mortalität waren gleich. Lediglich die Laktatwerte fielen in der Hypothermiegruppe langsamer ab, wofür es bisher noch keine gute Erklärung gebe, so Fürnau.

Der kardiogene Schock sei damit eher keine Indikation für eine Hypothermie, zumindest nicht für eine Abkühlung auf 33 Grad. Immerhin habe es bisher aber auch keinen Hinweis auf negative Effekte der Kühlung gegeben, so Fürnau. Damit muss eine Kühlung auf Basis dieser Daten nicht abgebrochen werden, wenn sich bei einem schon gekühlten Schockpatienten sekundär ein kardiogener Schock entwickelt. 

Literatur

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