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27.06.2019 | Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit, KHK | Nachrichten

Kreislaufkollaps und Arrhythmien vorbeugen

Hitzewelle: 5 Tipps für Herzpatienten

Autor:
Joana Schmidt

Der Sommer ist da: Experten rechnen mit Höchsttemperaturen bis zu 40 Grad. Besonders für kranke und ältere Menschen kann die Hitze aber auch gefährlich sein. Was Herzpatienten an heißen Tagen beachten sollten.

Deutschland kommt ins Schwitzen. Der Deutsche Wetterdienst hat für viele Regionen eine Hitzewarnung herausgegeben. Temperaturen über 30 Grad können für Senioren und Menschen mit Herzerkrankungen eine Herausforderung sein. Denn bei ihnen ist das körpereigene Kühlsystem oft beeinträchtigt, sodass es große Anstrengung kostet, die Körpertemperatur zu regulieren. Das führt zu Müdigkeit, Schwindel und Blutdruckabfall, es kann zu einem Kreislaufkollaps, Herzrhythmusstörungen oder Muskelkrämpfen kommen. Um dem vorzubeugen, rät die Deutsche Herzstiftung folgende Empfehlungen zu beachten.

1) Kleidung und Tagesablauf anpassen

Bei hohen Temperaturen kühlt der Körper die Haut durch Schwitzen und erhöhte Durchblutung. Dafür muss das Herz mehr arbeiten als normalerweise und kommt bei Herzpatienten schneller an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Sie sollten große Hitze daher meiden, sich körperlich schonen und Aktivitäten besser auf die kühlen Morgenstunden oder den späteren Abend verlegen, statt sich der Mittagssonne auszusetzen. Zudem ist lockere Kleidung und eine Kopfbedeckung wichtig: Luftige Materialien wie Baumwolle oder Leinen eignen sich besser als synthetische Stoffe, um Hitzestau zu vermeiden.

2) Genug trinken, besonders bei Diuretika-Einnahme

Wer schwitzt, verliert Flüssigkeit und Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Magnesium. Trinken als Ausgleich ist wichtig. Während gesunde Menschen durch ihr Durstgefühl automatisch die richtige Menge trinken, verspüren ältere oder herzkranke Menschen oft keinen Durst, sodass sie ans Trinken erinnert werden sollten. Die normale Trinkmenge liegt etwa bei 1,5l pro Tag, bei großer Hitze empfehlen Experten etwa 1 bis 2l zusätzlich. „Wenn das Trinken vergessen wird und durch die zusätzliche Einnahme von Diuretika ein stärkerer Flüssigkeitsverlust entsteht, nimmt das Blutvolumen in den Gefäßen ab: Der Blutdruck sinkt und es kann vor allem beim Aufstehen aus liegender oder sitzender Position zu Kreislaufkollaps mit kurzzeitiger Bewusstlosigkeit kommen“, warnt Prof. Dietrich Andresen von der Deutschen Herzstiftung.

3) Nicht zu viel trinken

Genügend trinken bedeute auch, nicht zu viel, so Andresen, da eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr bei herzkranken Patienten die Herzleistung verschlechtern könne. Er empfiehlt ihnen, Trinkmenge und Medikamenteneinnahme mit ihrem Arzt abzustimmen. Tägliches Wiegen hilft, die notwendige Trinkmenge festzulegen: „Ist das Gewicht an einem Tag um mehr als 500g unterschritten, hat der Patient nicht genug getrunken. Ist es um mehr als 500g erhöht, hat er zu viel Flüssigkeit oder zu wenig Entwässerungsmittel eingenommen“, erläutert Dr. Karl Eberius von der Deutschen Herzstiftung. Gut geeignet seien Wasser, Kräutertee oder Gemüsebrühe.

4) Blutdruck im Blick behalten

Patienten, die Blutdrucksenker einnehmen, sollten bei hohen Temperaturen den Blutdruck regelmäßig messen, empfiehlt Eberius. Sind die Blutdruckwerte trotz ausreichender Trinkmenge auffallend niedrig, solle mit dem Hausarzt besprochen werden, ob die Dosis der Blutdruckmedikamente vorübergehend verringert werden sollte.

5) Für Abkühlung sorgen

Regelmäßiges Kühlen entlastet das Herz-Kreislauf-System: Es hilft schon, die Arme bis über die Ellenbogen in kaltes Wasser zu halten oder die Waden durch Wassertreten in einem Eimer mit kühlem Wasser zu erfrischen. Auch sich in kühlen Räumlichkeiten aufzuhalten ist sinnvoll, jedoch sollten Klimaanlagen nicht zu kalt eingestellt werden: Wer anschließend wieder in die Hitze hinaustritt, überfordert sonst möglicherweise die körpereigene Temperaturregulation.

Literatur

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