Nachrichten 26.08.2016

Kardiologen: Aufwertung der perkutanen Koronarintervention für QS-Dokumentation

Die sektorübergreifende Qualitätssicherung findet jetzt auch Eingang im EBM. Die Kardiologen erhalten ab Oktober für Koronarangiografien ein höheres EBM-Honorar.

Für die Erhebung und Übermittlung von Daten zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung bei perkutanen Koronarinterventionen und Koronarangiografien gibt es ab Oktober eine Vergütungsregelung im EBM. Ärzte rechnen die Dokumentation dann regulär über den EBM und nicht mehr direkt mit den Krankenkassen ab. Invasiv tätige Kardiologen sind seit Jahresbeginn verpflichtet, jede Herzkatheteruntersuchung und perkutane Koronarintervention elektronisch zu dokumentieren.

Mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses in der Sitzung am 10. August 2016 steht jetzt fest, dass die Abrechnung der Datenerfassung und -übermittlung ab 1. Oktober 2016 über die Gebührenordnungsposition (GOP) 34291 (Herzkatheteruntersuchung mit Koronarangiografie) erfolgt. Der obligate Leistungsinhalt wird entsprechend erweitert; die Bewertung steigt um 92 auf 3227 Punkte. Die GOP enthält auch das Aufklärungsgespräch. Die Kalkulationszeit für die Leistung steigt laut Beschluss von 48 auf 54 Minuten, die Prüfzeit von 42 auf 47 Minuten.

Zusätzlich wird eine Kostenpauschale 40306 (2,50 Euro) neu in den EBM aufgenommen. Die Pauschale beinhaltet alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Datenerfassung, Dokumentation und Datenübermittlung entstehen. Hierzu gehören sämtliche Kosten für die EDV-technische Ausstattung und Verarbeitung (Dokumentationssoftware, einschließlich deren Einrichtung, Updates, Export). Sie wird für jede Untersuchung (GOP 34291) gezahlt, für zwei Jahre zunächst extrabudgetär.

Die perkutane Koronarintervention und Koronarangiografie sind die ersten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, für die die Qualitätssicherung sektorenübergreifend erfolgt.

Ziel der sektorübergreifenden Qualitätssicherung ist es, eine gleich gute Versorgungsqualität in Praxis und Klinik zu gewährleisten. Das zweite Verfahren – zur Vermeidung postoperativer Wundinfektionen – solle Anfang kommenden Jahres starten, so die Kassenärztliche Bundesvereinigung in einer Mitteilung. Die Einführung der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung geht zurück auf einen Beschluss des Gesetzgebers. Dieser hatte den Gemeinsamen Bundesausschuss verpflichtet, für bestimmte Untersuchungs- und Behandlungsmethoden sektorenübergreifende Verfahren zu entwickeln.

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