Skip to main content
main-content

04.05.2017 | Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit, KHK | Nachrichten

Möglichkeit der Risikostratifizierung

Mehr Herzinfarkte mit Nicht-0-Blutgruppe

Autor:
Veronika Schlimpert

Menschen mit der Blutgruppe A, B oder AB haben offenbar ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, als Blutgruppe 0-Träger. Dieser Verdacht hat sich in einer auf dem Heart Failure-Kongress präsentierten Metaanalyse erhärtet.

Nicht-0-Blutgruppen-Träger haben offenbar ein erhöhtes Herzinfarktrisiko – was sich bereits in Fall-Kontroll-Studien angedeutet hat, hat sich nun in einer Metaanalyse bestätigt. Die Analyse, die elf prospektive Studien mit mehr als einer Millionen Personen einschloss, wurde auf dem diesjährigen Heart Failure-Kongress in Paris vorgestellt.

„In der Zukunft sollte die Blutgruppe in der kardiovaskulären Risikostratifizierung zusammen mit dem Cholesterin, Alter, Geschlecht und Blutdruck womöglich mit einbezogen werden“, wird die Studienautorin, Tessa Kole von dem University Medical Center Groningen, in einer ESC-Pressemitteilung zitiert. Wenn sich der Zusammenhang in weiteren Studien bestätigen lässt, könnte es beispielsweise bei Personen mit der Blutgruppe A sinnvoll sein, den Grenzwert für einen Therapiebeginn bei erhöhten Cholesterin- oder Blutdruckwerten noch tiefer zu setzen als bisher.

In der Analyse hatten die 771.113 Nicht-O-Blutgruppen-Träger – also jene mit Blutgruppe A, B oder AB –  ein um 9% höheres Risiko, an einer KHK zu erkranken, als die 519.743 Teilnehmer mit Blutgruppe 0. 

Schaut man sich die absoluten Zahlen, ist der Unterschied allerdings doch eher überschaubar (1,5 vs. 1,4%). Kardiovaskuläre Ereignisse kamen bei den Nicht-0-Blutgruppen-Trägern generell signifikant häufiger vor (Odds Ratio: 1,09).  Die Anzahl an tödlichen Ereignissen unterschied sich nicht zwischen beiden Gruppen.

Mögliche Erklärungen

Die Ursache hinter dieser Beobachtung ist noch nicht ganz klar. Auffällig ist, dass Menschen mit einer Nicht-0-Blutgruppe höhere Konzentrationen des von-Willebrand-Faktors (vWF) aufweisen. Als Bindungsglied zwischen der verletzten Gefäßwand und den Thrombozyten ist dieses Protein aktiv an der zellulären Blutstillung beteiligt. Zu viel davon, kann die Entstehung von Thrombosen begünstigen.

Eine weitere Erklärung könnten die besonders bei Blutgruppe-A-Trägern zu beobachteten erhöhten Cholesterinwerte sein, die ja bekanntlich mit einem erhöhten KHK-Risiko einhergehen. Ebenfalls in höheren Konzentrationen vorzufinden ist bei Nicht-0-Blutgruppen-Trägern das Protein Galectin-3, das bei Entzündungsprozessen beteiligt ist.

Literatur

Aus der Kardiothek

14.02.2018 | Herzrhythmusstörungen | Expertenvorträge | Video

Ventrikuläre Extrasystolie: Wann und wie abladieren?

Ob und wie eine ventrikuläre Extrasystole abladiert werden sollte, hängt vom Ursprung und Lagetyp der Rhythmusstörung ab.  PD Dr. Christian Veltmann aus Hannover führt konkrete Fallbeispiele an, und zeigt, was sich aus einem 12-Kanal-EKG alles ablesen lässt.

14.02.2018 | Herzrhythmusstörungen | Expertenvorträge | Video

Ventrikuläre Extrasystolie: Was Sie bei der antiarrhythmischen Therapie beachten sollten

Die medikamentöse Therapie von ventrikulären Extrasystolen sollte sich an der Ätiologie orientieren. Dabei sind einige Aspekte zu beachten, wie Prof. Gerold Mönnig aus Bad Rothenfelde in seinem Vortrag ausführt.

14.02.2018 | Herzrhythmusstörungen | Expertenvorträge | Video

Ventrikuläre Extrasystolien richtig erkennen

Ventrikuläre Extrasystolen sind nicht harmlos. Wichtig ist deshalb, diese überhaupt zu erkennen. Diagnose, Klinik und Prognose der Rhythmusstörung erläutert Dr. Sonia Busch aus Coburg anhand von Fallbeispielen.  

Aktuelles vom Kongress