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20.02.2019 | Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit, KHK | Nachrichten

Studie mit fast 350 000 Patienten

Niedrigeres Sterberisiko: Hohe Adhärenz bei Statintherapie wird belohnt

Autor:
Joana Schmidt

Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen, die ihre Statintherapie strikt einhielten, hatten ein niedrigeres Sterberisiko und mussten seltener ins Krankenhaus eingeliefert werden als Patienten mit geringerer Therapieadhärenz, ergab eine große Kohortenstudie.

Statine senken bei Menschen mit atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (ASCVD) nachweislich die Mortalität und das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Trotzdem halten sich viele Patienten nicht an die Empfehlungen des Arztes.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Fatima Rodriguez der Universität Stanford untersuchte den Zusammenhang zwischen Statin-Adhärenz und Mortalität. Insgesamt war die Adhärenz der Patienten mit atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit durchschnittlich 87,7% sehr hoch. Trotzdem starb rund ein Viertel der fast 350 000 Studienteilnehmer während des dreijährigen Follow-ups.

Höhere Mortalität bei niedriger Adhärenz

Je niedriger die Adhärenz, desto höher war das Sterberisiko: Verglichen mit den Patienten mit der höchsten Adhärenz (Medication Possession Ratio (MRP) ≥ 90%), hatten diejenigen mit der niedrigsten (MRP ≤ 50%) einen Risikoquotienten von 1,30. Die Patienten mit einem MRP von 50% bis 69% hatten einen Risikoquotienten von 1,21, diejenigen mit einem MPR von 70% bis 89% einen von 1,08.

Die Patienten mit höherer Adhärenz hatten niedrigere LDL-Cholesterinwerte und einen niedrigeren Blutdruck. Diejenigen mit geringerer Adhärenz mussten im folgenden Jahr häufiger wegen ischämischer Herzerkrankung oder Schlaganfall ins Krankenhaus. Die Analyse schloss Patienten zwischen 21 und 85 Jahren ein, bei denen sich die Statinverordnung innerhalb eines Jahres nicht verändert hatte. Die Adhärenz wurde anhand der aus der Apotheke abgeholten Statine gemessen. Die Forscher konnten nur davon ausgehen, dass die Patienten sie tatsächlich eingenommen hatten.

Bessere Adhärenzkontrolle empfohlen

Patienten, denen eine Statinbehandlung mittlerer Intensität verschrieben wurde, befolgten diese häufiger als diejenigen mit einer Statintherapie hoher oder niedriger Intensität. Frauen und ethnische Minderheiten wie Afroamerikaner hielten sich seltener an die ärztliche Einnahmeempfehlung. Patienten zwischen 65 und 74 Jahren befolgten die Therapie eher als jüngere und ältere Patienten. Personen mit klinischen Begleiterkrankungen hielten die Empfehlungen häufiger ein, genauso wie jene, die innerhalb des vergangenen Jahres ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Hielten sich alle Patienten strikt an die ärztlichen Empfehlungen, wäre die Sekundärprävention von atherosklerosebedingten kardiovaskulären Erkrankungen noch effektiver. Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass Ärzte die korrekte Einnahme der Statine kontrollieren sollten: etwa indem sie den LDL-Cholesterinwert der Patienten regelmäßig messen und ihnen erklären, wie wichtig das Einhalten der Therapie ist.

Literatur

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