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21.03.2016 | Nachrichten | Onlineartikel

Hypertensive Schwangerschaftserkrankung

Kardiomyopathie-Risiko auch langfristig erhöht

Autor:
Veronika Schlimpert

Schwangere mit hypertensiver Erkrankung haben ein erhöhtes Risiko, eine peripartale Kardiomyopathie zu entwickeln. Offenbar bleibt diese Gefährdung auch langfristig bestehen, wie die Ergebnisse einer großen Registerstudie vermuten lassen.

Frauen, die in der Schwangerschaft an einer Präeklampsie oder De novo-Hypertonie erkrankt sind, haben einer dänischen Registerstudie zufolge auch noch fünf Monate nach der Geburt ein höheres Kardiomyopathie-Risiko als Frauen ohne eine solche hypertensive Erkrankung in der Schwangerschaft (HES). Die Risikoerhöhung war unabhängig von der Schwere der Erkrankung: Hazard Ratio (HR) betrug 2,2 im Falle einer schweren Präeklampsie (einschließlich Eklampsie und HELLP-Syndrom), 1,89 bei moderater Präeklampsie und 2,06 bei Gestationshypertonie. 

Selbst fünf Jahre nach der letzten Schwangerschaft trat die Herzmuskelerkrankung bei Frauen mit zurückliegender HES verhältnismäßig häufiger auf (HR: 2,22). 

Unabhängiger Risikofaktor

Das Ausmaß dieser Assoziation änderte sich kaum, wenn auf die Diagnose einer Diabetes-Erkrankung während des Follow-up oder Rauchen adjustiert wurde und auch nicht, wenn Frauen nach Diagnose einer ischämischen Erkrankung im Beobachtungszeitraum ausgeschlossen wurden. 

Nur etwa 50% der Assoziation sind nach einer statistischen Berechnung (Mediatoranalyse) auf einen nach der Geburt weiter bestehenden Hypertonus zurückzuführen. 

Große Registerstudie

Ausgewertet haben die Wissenschaftler um Ida Behrens vom Statens Serum Institut in Kopenhagen für diese Analyse 2.067.633 Schwangerschaften von insgesamt 1.075.763 Frauen, die in einem nationalen Patienten- oder Geburtenregister dokumentiert sind; 76.108 Frauen waren an einer HES erkrankt und 1.577 Teilnehmerinnen entwickelten im Laufe des Follow-up (bis Dezember 2012) eine Kardiomyopathie (10,7% von ihnen hatten eine HES). 

Aber: absolutes Risiko gering 

Diese Ergebnisse würden dafür sprechen, dass eine HES ein von ischämischen Herzkrankheiten unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung einer Kardiomyopathie darstellt, so die Studienautoren.

Allerdings ist eine Kardiomyopathie selbst bei Frauen mit zurückliegender HES ein seltenes Ereignis und das absolute Erkrankungsrisiko gering. Daher sei ein Monitoring auf das Vorliegen einer Kardiomyopathie, so wie es von der American Heart Association für ischämische Herzkrankheiten bei Frauen mit Präeklampsie empfohlen werde, wohl nicht gerechtfertigt, diskutieren Behrens und Kollegen. Andererseits sollten sich Ärzte dieser Assoziation zumindest bewusst sein, wenn sich ihnen Patientinnen mit zurückliegender HES und Symptomen einer Herzinsuffizienz vorstellten.  

Literatur

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