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03.09.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Vorhofflimmern

Kardioversion: Rivaroxaban so gut wie Vitamin-K-Antagonist

Autor:
Dr. Dirk Einecke

In der ersten prospektiven Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit eines neuen oralen Antikoagulans bei Patienten mit Vorhofflimmern und Kardioversion sah der direkte Faktor-Xa-Hemmer Rivaroxaban ebenso sicher und wirksam aus wie ein Vitamin-K-Antagonist.

Bei Patienten mit Vorhofflimmern wird häufig mit Hilfe einer Kardioversion versucht, den normalen Sinusrhythmus wieder herzustellen. Bei diesem Eingriff ist es erforderlich, für eine zuverlässige Antikoagulation zu sorgen.

Ohne diese beträgt das periprozedurale Thromboembolie-Risiko 5–7%, unter Antikoagulation nur etwa 1%. Vitamin-K-Antagonisten sind hier Standardtherapie. Für die zunehmend eingesetzten direkten oralen Antikoagulanzien (DOAC)existieren bisher nur post-hoc-Analysen aus den großen Studien.

X-VeRT vergleicht Rivaroxaban und Warfarin bei 1500 Patienten

Die X-VeRT-Studie ist die erste prospektive und randomisierte Studie, welche in dieser Indikation ein neues Antikoagulans, in diesem Fall Rivaroxaban (Xarelto®), mit dem Vitamin-K-Antagonisten Warfarin verglich. 1504 Patienten mit mehr als zwei Tage bestehendem Vorhofflimmern nahmen teil.

Die Ergebnisse hat Studienleiter Dr. Riccardo Cappato aus Mailand bei ESC-Kongress in Barcelona vorgestellt. Die Studie ist simultan im "European Heart Journal" publiziert worden.

Bei 872 Patienten wurde ein frühe Kardioversion (innerhalb von 1–5 Tagen nach sofortigem Thombusausschluss mittels TEE) und bei 632 eine verzögerte Kardioversion (nach dreiwöchiger ausreichender Antikoagulation) durchgeführt. Die Randomisierung erfolgte im Verhältnis 2:1 für Rivaroxaban und Warfarin. Die Behandlung wurde nach dem Eingriff sechs Wochen lang fortgesetzt.

Nur wenige Komplikationen

Im gesamten Studienkollektiv traten nur 10 thromboembolische Komplikationen auf (Schlaganfall, Myokardinfarkt, Herztod), und zwar 5 in der Rivaroxaban-Gruppe (0,51%) und 5 in der Warfaringruppe (1,02%).

Ebenso kam es zu 10 Blutungskomplikationen, davon 6 in der Rivaroxaban-Gruppe (0,61%) und 4 in der Warfaringruppe (0,76%).

Praktische Vorteile

Interessant ist eine weitere Beobachtung: Bei den frühen Kardioversionen gab es keinen Zeitunterschied zwischen beiden Antikoagulanzien, die Kardioversion konnte in beiden Gruppen nach erfolgtem Thrombusausschluss schon nach einem Tag erfolgen

Bei den späten Kardioversionen wurde in der Rivaroxaban-Gruppe im Schnitt 8 Tage früher kardiovertiert (nach 22 statt nach 30 Tagen), weil zum Kardioversionstermin nach 3 Wochen bei allen Patienten bis auf einen eine adäquate Antikoagulation vorlag (gemessen an der Compliance der Patienten).

In der Warfarin-Gruppe war dies hingegen bei 95 Patienten nicht der Fall, weil ihre INR-Werte (noch) nicht im empfohlenen Zielbereich (2 - 3) lagen.

Nützliche Informationen für die Praxis

Erwähnt werden muss, dass für den Beweis einer Nicht-Unterlegenheit von Rivaroxaban aus statistischer Sicht eine Studie mit mindestens 25.000 Patienten nötig gewesen wäre. Dennoch zeigte sich Studienleiter Cappato überzeugt davon, dass der deskriptive Vergleich beider Antikoagulanzien bei 1500 Patienten in der X-VeRT-Studie nützliche Informationen zum klinischen Nutzen und zu praktischen Vorteilen von Rivaroxaban geliefert hat.

Literatur

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