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14.05.2018 | Kreislauferkrankungen | Nachrichten

Im Praxisalltag

Maskierte Hypertonie ist nach neuer US-Definition doppelt so häufig

Autor:
Veronika Schlimpert

Eine maskierte Hypertonie liegt nach der neuen US-Leitlinie bereits ab einem mittleren 24-Stunden-Blutdruck von ≥ 125/75 mmHg vor. Die Prävalenz steigt dadurch enorm an, wie sich in einer Registerstudie gezeigt hat. 

Die Prävalenz der maskierten Hypertonie würde im Praxisalltag um etwa das Zweifache ansteigen, wenn man die neuen Kriterien der US-Leitlinie statt der aktuell in Europa geltenden Definition heranziehen würde. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler um Prof. Alejandro de la Sierra, nachdem sie die jeweiligen Definitionen bei 115.708 Teilnehmern des spanischen „Ambulatory Blood Pressure“-Registers angewandt haben.

Neuer Grenzwert sorgt für Kritik

Im Jahr 2017 haben die amerikanischen Kardiologie-Gesellschaften ACC und AHA den Grenzwert für das Vorliegen einer Hypertonie auf 130/80 mmHg herabgesetzt. Diese Neudefinition wird in Deutschland wie auch in den USA kritisch diskutiert.

Eine maskierte Hypertonie liegt nach den neuen US-Leitlinien vor, wenn in der Praxis ein Blutdruck unter 130/80 mmHg gemessen wird, der in der ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung (ABPM) gemessene Wert aber bei im Mittel ≥ 125/75 mmHg liegt. Die europäischen Hypertonie-Gesellschaft (ESH) setzt den Grenzwert in der ABPM bei ≥ 130/80 mmHg.  Als alternative Kriterien gelten in den USA ein während des Tages gemessener mittlerer ABPM-Wert von ≥ 130/80 mmHg (ESH: ≥ 135/80) oder ein nächtlicher ABPM-Wert von ≥ 110/65 mmHg (ESH: ≥ 120/70).

Bei knapp 40% der spanischen Registerpatienten, die in der Praxis normale Blutdruckwerte hatten, wäre nach der ersten US-Definition (24-h-ABPM ≥ 125/75 mmHg) eine maskierte Hypertonie diagnostiziert worden. Nach dem ESH-Grenzwert (24-h-ABPM ≥ 130/80 mmHg) beträgt die Prävalenz nur 20%. Auch nach den anderen Kriterien sind nach dem US-Grenzwert doppelt so viele Patienten betroffen.  

Die Studienautoren sind allerdings der Ansicht, dass zunächst ein Zusammenhang des Phänotyps einer maskierten Hypertonie mit dem Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse nachgewiesen werden sollte, ehe man die neue Definition bewerten könne.  

Literatur

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