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27.08.2015 | Nachrichten

Neues ESC-Positionspapier

Mehr E-Health wagen!

Autor:
Philipp Grätzel

Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) will sich für digital unterstützte Versorgungsmodelle einsetzen. Unter anderem sollen E-Health-Themen stärker beforscht und in die kardiologischen Curricula eingebaut werden.

Ein Positionspapier der ESC zu E-Health wurde jetzt im „European Heart Journal“ veröffentlicht. Zu den Autoren zählen Martin Cowie und John Cleland vom Imperial College London. Cleland war vor bald 15 Jahren Studienleiter der ersten großen, randomisierten Studie zur Herzinsuffizienz-Telemedizin in Europa. Von deutscher Seite hat Friedrich Köhler von der Charité Berlin als Co-Autor an der ESC-Position mitgeschrieben. Köhler war Initiator der randomisierten TIM-HF-Studie und leitet die noch laufende TIM-HF-II-Studie, die sich ebenfalls um Patienten mit Herzinsuffizienz kümmert.

E-Health-Anwendungen begrüßt

Die Autoren betonen, dass sich das Gesundheitswesen dem durch Smartphones und Co getriebenen Trend zur Digitalisierung aller Lebensbereiche nicht weiter verschließen dürfe. E-Health-Anwendungen könne im Kampf gegen kardiovaskuläre Erkrankungen in Europa eine wichtige Funktion zukommen.

Beispielhaft genannt werden neben dem Telemonitoring bei Herzinsuffizienz und Bluthochdruck die digitalen Krankheitsregister sowie Entscheidungsunterstützungssysteme für Ärzte, aber auch eher prozessual orientierte Anwendungen wie elektronische Rezepte und Überweisungen.

Aktionsplan festgelegt

Um als europäische Fachgesellschaft dazu beizutragen, E-Health-Anwendungen in die Breite zu bringen, hat sich die ESC einen Aktionsplan verordnet. Die Organisation will E-Health-Themen stärker in der Fortbildung verankern. Unter anderem sollen sie beim jährlichen ESC-Kongress präsenter werden, und auch das kardiologische Kern-Curriculum der ESC soll entsprechend erweitert werden. Die Organisation will sich außerdem an politischen und gesellschaftlichen Diskussionen zu Datensicherheit und Vertraulichkeit beteiligen, den Bürgerdialog suchen, E-Health-bezogene Forschungsprojekte stärker unterstützen und zur Entwicklung von Standards für die qualitative Bewertung von IT-Lösungen in der Kardiologie beitragen.

Ein wichtiger Bestandteil der ESC-E-Health-Roadmap ist ein eigener Kongress, der im Jahr 2016 stattfinden und Ärzte, Patienten, IT-Entwickler, Kostenträger und Gesundheitspolitiker an einen Tisch bringen soll. Ziel ist es unter anderem, Diskussionen über die Erstattung und über Standards für die Durchführung und Bewertung E-Health-bezogener Studien anzustoßen.

Literatur

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