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02.04.2017 | Pädiatrische Kardiologie | Nachrichten

Herzrhythmusstörungen

Ablation bei Kindern

Autor:
Prof. Dr. med. Angelika Lindinger

Tachykarde Herzrhythmusstörungen können in jedem Lebensalter auftreten. Sie werden oft schon pränatal bei Feten diagnostiziert. Nach der Geburt lassen sie sich per Ablation behandeln.

Das häufigste Substrat für supraventrikuläre Tachykardien im Kindesalter ist das Vorliegen einer akzessorischen Bahn. Diese kann zu einer atrioventrikulären Tachykardie (AVRT) führen. Die zweithäufigste Form ist die AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT). Dr. Ulrich Krause, Kinderkardiologie Göttingen, berichtete auf der 49. Jahrestagung der DGPK (Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Kardiologie) über die ersten Ergebnisse der Katheterablationsbehandlung bei Kindern mit supraventrikulären Tachykardien.

In den USA wurden Anfang der 2000er Jahre die Ergebnisse einer umfangreichen multizentrischen Datensammlung über die Hochfrequenz-Katheterablation bei insgesamt 7.600 Kindern vorgestellt. Die prozedurale Erfolgsquote lag in der ersten Ära dieser Studie (1991– 1995) bei 90,4 % und in der zweiten Ära (1995–1999) bei 95,2 %. Die Durchleuchtungszeiten waren beträchtlich und betrugen im Mittel 51 bzw. 40 Minuten; die Komplikationsrate lag in diesen beiden Zeiträumen bei 4,2 bzw. 3,0 %.

Kürzere Durchleuchtungszeiten

In einem multizentrischen pädiatrischen Katheterablationsregister (EUROPA) unter Beteiligung von fünf Zentren aus Tschechien, Italien und Deutschland wurden von 01/2013–06/2015 insgesamt 187 Kinder eingeschlossen (davon 55 % mit AVRT, 29 % mit AVNRT und 4 % mit FAT). Die Erfolgsquote für alle genannten Tachykardieformen lag bei 95 %. Die Durchleuchtungszeiten und die Komplikationsrate waren im Vergleich zu den amerikanischen Registerdaten deutlich niedriger und betrugen 8,7 Minuten bzw. 0,5 %.

Eine Verbesserung hinsichtlich des endokardialen Mappings erbrachten die in den späten 1990er Jahren eingeführten 3-D-Mapping-Systeme, was sich primär in einer deutlichen Reduktion der Durchleuchtungszeiten niederschlug, aber auch in einer Erhöhung des Ablationserfolgs und einer Senkung der Rezidivrate.

Vorteil durch Kryomapping

In den 2000er Jahren wurde dann neben der HF-Ablation die Kryoenergie zur Ablationsbehandlung bei Kindern eingesetzt. Ein wichtiger Vorteil ist hier vor allem das sog. Kryomapping, welches in AV-Knotennähe eine reversible Läsionsformation erlaubt, sodass ein AV-Block vermieden werden kann. Auch Thrombusformation und Koronararterienläsionen treten seltener auf. Die Nachteile lagen jedoch in der verlängerten Untersuchungszeit, der erschwerten Katheterhandhabung und der erhöhten Rezidivrate vor allem bei AV-Reentry-Tachykardien.

Hinsichtlich des Ablationszeitpunktes gilt im Kindesalter, dass möglichst ein Körpergewicht von 15 kg erreicht sein soll, da die Komplikationsrate bei leichteren Kindern deutlich höher ist. Ansonsten gelten die Indikationen sowohl zur medikamentösen Therapie als auch zur EPU gemäß den Empfehlungen der deutschen als auch der europäischen Leitlinien zur Katheterablation im Kindesalter.

Literatur

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