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03.04.2019 | Prävention & Rehabilitation | Nachrichten

Große Metaanalyse

Wenn Väter rauchen: Mehr Babys mit Herzfehlern?

Autor:
Joana Schmidt

Werdende Väter, die rauchen, können ihrem ungeborenen Kind schaden. Eine umfangreiche Metaanalyse weist darauf hin, dass der Tabakrauch das Risiko für angeborene Herzfehler erhöht. Diese wiederum sind die Hauptursache für Totgeburten.

Wenn Männer während der Schwangerschaft ihrer Frau rauchen, kann dies das Risiko für Herzfehler beim ungeborenen Kind erhöhen. Auch den werdenden Müttern schadet das Passivrauchen. Für die Metaanalyse verglichen die Forscher um Dr. Jiabi Qin von der Central South University Changsha in China 125 Studien, die auf Daten von 137.574 Babys mit angeborenen Herzfehlern und 8,8 Millionen werdenden Eltern basieren.

Angeborene Herzfehler sind die Hauptursache für Totgeburten. 8 von 1000 Kindern weltweit sind von Herzfehlern betroffen. Auch wenn sich ihre Prognose und Lebensqualität durch Operationen verbessern kann, bleiben lebenslange Auswirkungen.

Passivrauchen besonders schädlich

Studienautor Qin rät den Vätern dringend mit dem Rauchen aufzuhören. Dem Tabakrauch der Väter konstant ausgesetzt zu sein, schade den Babys anscheinend sogar mehr als werdende Mütter, die selbst rauchen, sagt er in einer Pressemeldung der ESC. Zudem komme es häufiger vor, dass werdende Väter rauchen, als dass Schwangere selbst zur Zigarette greifen.

Erstmals wurde in einer Metaanalyse die Rauchbelastung in verschiedenen Stadien der Schwangerschaft untersucht. Bei Frauen war das Rauchen während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko assoziiert, ein Kind mit einem Herzfehler zu bekommen. Das Rauchen vor der Schwangerschaft war dagegen nicht mit einem erhöhten Risiko assoziiert. Anders das Passivrauchen der Frau: Es war nicht nur während, sondern auch vor der Schwangerschaft gefährlich für die Entwicklung des Babys.

Rechtzeitig mit dem Rauchen aufhören

Alle Arten des elterlichen Rauchens waren mit einem erhöhten Risiko für Herzfehler beim ungeborenen Kind assoziiert: Rauchten die werdenden Väter, stieg es um 74%. Beim Passivrauchen der Mütter unter Berücksichtigung weiterer Raucher, zum Beispiel am Arbeitsplatz, an öffentlichen Orten oder zu Hause, stieg es um 124% und beim Rauchen der werdenden Mütter selbst um 25% im Vergleich zu Nichtrauchern.

"Frauen sollten mit dem Rauchen aufhören, bevor sie versuchen, schwanger zu werden, um sicherzustellen, dass sie rauchfrei sind, wenn sie schwanger werden", sagt Qin in einer Pressemeldung der ESC. „Es ist außerdem wichtig, dass sie sich von Rauchern fernhalten.“

Bezüglich verschiedener Arten von Herzfehlern ergab die Metaanalyse Folgendes: Das Rauchen von Müttern war im Vergleich zu Nichtrauchern mit einem um 27% erhöhten Risiko für einen Vorhofseptumsdefekt assoziiert und mit einem um 43% erhöhten Risiko für eine rechtsventrikuläre Ausflusstraktobstruktion.

Literatur

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