Nachrichten 02.08.2017

Herzinfarktrisiko nach Infektionen noch länger erhöht

Selbst Jahre nach einer Pneumonie oder Sepsis scheinen Betroffene einem erhöhten kardiovaskulären Risiko ausgesetzt zu sein. Eine solche Assoziation wurde in einer schwedischen Kohortenstudie festgestellt.

Eine Pneumonie oder Sepsis ist auch Jahre später mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko assoziiert. Einer schwedischen Kohortenstudie zufolge scheint die Gefahr in den ersten drei Jahren nach der Infektion zwar am höchsten. Doch auch noch nach dieser Zeit bestehe offenbar eine gewisse Gefährdung, schlussfolgern die Autoren um Cecilia Bergh von der Örebro Universität.

In dem ersten Jahr nach einer stationär behandlungsbedürftigen Pneumonie oder Sepsis wiesen die betroffenen Patienten ein um mehr als das Sechsfache erhöhte kardiovaskuläre Risiko auf (adjustierte Hazard Ratio, HR: 6,33). Im zweiten und dritten Jahr war das Risiko um etwa das Doppelte erhöht (HR: 2,47 und 2,12). Und auch im fünften Jahr ließ sich ein signifikant erhöhtes Risiko feststellen (HR: 1,87).

Gerinnungsfördernde Aktivität als mögliche Ursache

Dass das Risiko für kardiale Ereignisse nach einer akuten Infektion kurzzeitig ansteigt, ist schon aus früheren Studien bekannt. Diese Analyse deutet nun an, dass die Gefahr über längere Zeit bestehen bleibe, so die Autoren. Das mit der Zeit abnehmende Risiko ist nach Ansicht der Wissenschaftler ein Hinweis dafür, dass die beobachtete Assoziation tatsächlich kausal sein könnte. Ein Beweis ist dies aber natürlich nicht.

Bergh und Kollegen vermuten durch Infektionen ausgelöste systemische Entzündungsprozesse als zugrunde liegenden Mechanismus. Nicht selten würde dadurch eine erhöhte prokoagulative Aktivität begünstigt, die auch Jahre nach der Infektion bestehen bleiben könne.

In der Studie wurden Daten von 236.739 schwedischer Männer, die zwischen 1952 und 1956 im Rahmen einer Musterung  einer gründlichen körperlichen Untersuchung unterzogen wurden, ausgewertet. Die bis ins späte Erwachsenalter (bis 2010) stattgefundenen Infektionen und kardiovaskulären Erkrankungen wurden im Rahmen nationaler Register dokumentiert und statistisch ausgewertet.

Literatur

Bergh C, Fall K, Udumyan R et al. Severe infections and subsequent delayed cardiovascular disease. European Journal of Preventive Cardiology. 2017. DOI: 10.1177/2047487317724009

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