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01.03.2017 | Prävention & Rehabilitation | Nachrichten

Kardiovaskuläre Prävention

Herzschutz im Alter: Bewegung wichtiger als BMI

Autor:
Veronika Schlimpert

Übergewicht scheint ab einem gewissen Alter für das kardiovaskuläre Risiko nicht so bedenklich zu sein wie körperliche Inaktivität. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler nach Analyse der Rotterdam-Studie. Selbst bei Normalgewichtigen stellt Bewegungsmangel ein Risiko dar.

Durch körperliche Aktivität können übergewichtige Menschen im mittleren bis hohen Alter das mit ihrem Gewicht einhergehende erhöhte Herzrisiko offenbar kompensieren. Das legt eine Analyse der prospektiven Rotterdam-Studie mit 5.344 Teilnehmern in einem Alter von 55 Jahren oder älter nahe.

In dieser Studie hatten nämlich übergewichtige bzw. fettleibige Teilnehmer (BMI: 25–29,9 bzw. ≥30 kg/m²), die sich viel bewegten, im Vergleich zu den normalgewichtigen kein erhöhtes Risiko, die bewegungsfaulen übergewichtigen Teilnehmer dagegen schon. Für sie stieg das Risiko, im 15-jährigen Beobachtungszeitraum ein kardiovaskuläres Ereignis zu erleiden, um 33% bzw. 35%. Generell ging ein Bewegungsmangel – unabhängig vom Körpergewicht – mit einem um 22% erhöhten kardiovaskulären Risiko einher.

Körperliche Aktivität macht Übergewicht wett

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Effekte von körperlicher Aktivität auf das kardiovaskuläre Risiko die Einflüsse des Body-Mass-Index bei Menschen im mittleren oder höherem Alter kompensieren können“, schlussfolgern die Studienautoren um Chantal Koolhaas von der Erasmus University in Rotterdam. Dadurch werde der Zusammenhang  zwischen Übergewicht und kardiovaskulärem Risiko aber nicht widerlegt, betonen sie. Auch hier hat sich eine Assoziation ergeben, die statistisch allerdings nicht signifikant war.

Die Risikosenkung durch körperliche Aktivität erklären sich die niederländischen Wissenschaftler mit der dadurch hervorgerufenen Stabilisierung von vulnerablen Plaques, einer verbesserten Endothelfunktion und einem reduzierten myokardialen Sauerstoffbedarf. Durch diese Mechanismen wirke körperliche Aktivität den im Fettgewebe von Übergewichtigen erzeugten prothrombotischen Faktoren vermutlich direkt entgegen.

Obwohl die Studienautoren auf diverse Lebensstilfaktoren adjustiert haben, können sie auf das Ergebnis Einfluss nehmende Störfaktoren nicht vollkommen ausschließen. Als weitere Limitation weisen sie darauf hin, dass die Ergebnisse nur auf den zu Studienbeginn erfassten Messungen des BMIs und der körperlichen Aktivität basieren, entsprechende Veränderungen über die Zeit wurden nicht berücksichtigt.

Literatur

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