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26.02.2018 | Prävention & Rehabilitation | Nachrichten

Ernährung

Low-Fat oder Low-Carb? Fürs Abnehmen ist das offenbar egal!

Autor:
Veronika Schlimpert

Low-Fat oder Low-Carb? Der Dauerdebatte unter den Ernährungsfragen könnte eine randomisierte Studie nun ein jähes Ende setzen. Beide Diäten verhalfen gleichermaßen beim Abnehmen. Überraschender ist aber eine andere Erkenntnis aus der Studie.

Wer abnehmen will, kann sich ab sofort entscheiden, ob er lieber auf Fett oder Kohlenhydrate verzichten möchte. Die Erfolgsaussichten beider Diäten waren in einer randomisierten Studie nämlich identisch.

Das wohl interessantere Ergebnis der als DIETFITS benannten Studie ist aber, dass ein auf einer Genanalyse basierendes personalisiertes Vorgehen den Diäterfolg nicht steigern konnte. Viel wichtiger scheint hierfür die Qualität der zugeführten Nahrungsmittel zu sein.

Gen-Analyse verbesserte den Diäterfolg nicht

Ernährungswissenschaftler verfolgen seit längerem den Ansatz, anhand von genetischen Variationen, der sog. SNPs (single nucleotid polymorphism), herauszufinden, ob eine Person auf eine Diät anspricht oder nicht. Im Internet werben Anbieter bereits mit besseren Erfolgsaussichten, wenn man sich das Ernährungsprogramm auf das eigene Genmuster zuschneiden lässt.

Die Studienautoren um Christopher Gardner haben drei für den Fett- und Kohlenhydrat-Stoffwechsel relevante Gene (PPARG, ADRB2 und FABP2)  herausgepickt und anhand derer eine Einteilung des Ernährungstyps vorgenommen. 30% der insgesamt 609 übergewichtigen bzw. adipösen Probanden entsprachen demnach einem „Low-Fat-Diät-Typ“, 40% wären mit der „Low-Carb-Diät“ am besten bedient gewesen. Die Randomisierung auf das jeweilige Diätprogramm folgte dann  nach einem 1:1-Prinzip. Sprich, eine Hälfte der Teilnehmer sollte 12 Monate lang möglichst wenig Fett (Low-Fat), die andere Hälfte möglichst wenig Kohlenhydrate  (Low-Carb) zu sich nehmen.

Randomisierter Vergleich beider Diäten

Betreut wurden sie in der Zeit von geschulten Diätberatern. Sie erläuterten den Teilnehmern in mehreren Sitzungen, wie sie die Vorgaben am besten umsetzen können, nämlich indem sie auf Fertigprodukte mit hohem Fett- und Zuckeranteil sowie raffiniertes Getreide verzichten und stattdessen frisch Gekochtes mit viel Gemüse zu sich nehmen. Die Low-Fat-Gruppe schaffte es dadurch, den Fettanteil ihrer täglichen Energiezufuhr auf 29% zu senken, der Kohlenhydrat-Anteil lag bei 48%. Die Energiezusammensetzung in der Low-Carb-Gruppe bestand zu 30% aus Kohlenhydraten und zu 45% aus Fett.

Obwohl nicht explizit verlangt, haben die Teilnehmer durch die Ernährungsumstellung im Schnitt 500 bis 600 kcal pro Tag weniger zu sich genommen.

Die Diäten haben sich ausgezahlt. Die Teilnehmer nahmen mehr als 5% ihres ursprünglichen Körpergewichts ab; konkret waren das im Schnitt 5,3 kg in der Low-Fat- und 6,0 kg in der Low-Carb-Gruppe. Der ursprüngliche BMI lag zwischen 28 und 40 kg/m². Für den Abnehm-Erfolg machte es somit keinen Unterschied, bei welcher Energieform Verzicht geübt wurde. 

Fokus auf ausgewogene Ernährung richten

Für den jeweiligen Genotyp (Low-Fat oder Low-carb) ließ sich keine Korrelation mit dem Ausmaß des erreichten Gewichtsverlustes nachweisen. Eine entsprechende Einteilung, die die Wissenschaftler anhand des individuellen Insulinsekretions-Muster  vorgenommen hatten, versprach ebenfalls keine besseren Erfolgsaussichten.

Somit stellten sich weder der Genotyp noch die Insulinsekretion als hilfreich heraus, um herauszufinden, welche Person besser auf eine der beiden Diäten anspricht, schlussfolgern die Studienautoren.

Sie halten es deshalb für wenig hilfreich, einer abnehmwilligen Person mit einer hohen Insulinsekretion beispielsweise eine Low-Carb-Diät aufzuerlegen. Der Schwerpunkt eines  erfolgreichen Ernährungsprogrammes solle vielmehr auf der Zufuhr qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel liegen, empfehlen die Ernährungswissenschaftler aus Stanford.

Letztlich ist wohl die Menge der zugeführten Kalorien entscheidend, ob man Gewicht verliert oder nicht. Das Ausmaß der erreichten Kalorieneinsparung war in beiden Diät-Gruppen nämlich zu jedem Untersuchungszeitpunkt identisch. Ob die Studie das Ende der Dauer-Debatte um Low-Carb und Low-Fat einläuten wird, ist allerdings fraglich. Immerhin füllt das Thema seit Jahren die Seiten vieler Zeitschriften und Internetblogs.

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