Skip to main content
main-content

15.09.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

SECURITY-Studie

Duale Plättchenhemmung nach Stent: Genügen sechs Monate?

Autor:
Peter Overbeck

Nach Implantation von Drug-eluting-Koronarstents der neueren Generation scheint eine auf sechs Monate limitierte duale Plättchenhemmung völlig ausreichend zu sein. Dafür sprechen die Ergebnisse der beim Kongress TCT 2014 vorgestellten SECURITY-Studie.

Die optimale Dauer der dualen Plättchenhemmung (mit ASS plus Clopidogrel) nach Stent-Implantation ist nach wie vor unklar. Unterschiedliche Leitlinien geben unterschiedliche Empfehlungen.

Die Frage der optimalen Dauer

Nach elektiver Implantation von Medikamente freisetzenden Koronarstents (Drug-eluting Stents, DES) empfiehlt etwa die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) eine duale Plättchenhemmung für mindestens sechs Monate und - in Abhängigkeit vom individuellen Risikoprofil - als optimal für zwölf Monate.

Eine Änderung ist in den jüngst beim ESC-Kongress 2014 vorgestellten neuen gemeinsamen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) und der European Association of Cardiothoracic Surgery ((EACTS) zur myokardialen Revaskularisation vorgenommen worden:

Danach kann bei Patienten mit stabiler KHK im Falle einer Implantation von DES der neueren Generation auch eine duale Plättchenhemmung über weniger als sechs Monate in Betracht gezogen werden, wenn ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht.

In den USA empfehlen die Fachgesellschaften dagegen eine mindestens 12-monatige Behandlung.

Studie bei knapp 1400 KHK-Patienten

Im Falle von DES der neueren Generation mehren sich inzwischen die Anzeichen dafür, dass die Dauer der dualen Plättchenhemmung aufgrund des niedrigeren Risikos für Stentthrombosen wohl ohne Inkaufnahme von höheren Risiken auf sechs Monate beschränkt werden kann..

In diese Richtung deuten auch die beim Kongress TCT 2014 in Washington präsentierten Ergebnisse der SECURITY-Studie.

An der 2009 gestarteten und im Juni 2014 abgeschlossenen Studie waren 1399 KHK-Patienten mit relativ niedrigem Risiko beteiligt, die bei der katheterbasierten Revaskularisation mindestens einen DES der zweiten Generation erhalten hatten.

Sie waren randomisierte zwei Gruppen mit dualer Plättchenhemmung von entweder sechs- oder zwölfmonatiger Dauer zugeteilt worden.

„Nicht-Unterlegenheit“ der kürzeren Prophylaxe

Der intendierte Nachweis der klinischen „Nicht-Unterlegenheit“ einer verkürzten Doppelhemmung der Thrombozyten wurde erbracht, berichtete Studienleiter Professor Antonio Colombo aus Mailand beim TCT-Kongress in Washington.

Die Summe der den primären Endpunkt bildenden Ereignisse kardialer Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall, Stentthrombose und Blutungen (BARC-Typ 3 oder 5) war in beiden Gruppen nach zwölf Monaten nicht signifikant unterschiedlich (Inzidenz: 4,5 versus 3,7 Prozent).

Kein Unterschied bei Stentthrombosen

Auch beim sekundären Studienendpunkt - dieser umfasste außer Herztod, Herzinfarkt, Schlaganfall und Stentthrombosen ein etwas weiter gefasstes Spektrum an Blutungen (BARC-Typ 2,3 oder 5) - gab es nach zwölf Monaten keinen relevanten Unterschied (5,3 versus 4,0 Prozent). In den folgenden zwölf Monaten (12. bis 24. Monat) unterschieden sich die Ereignisraten für diesen kombinierten Endpunkt ebenfalls nicht (1,5 versus 2,2 Prozent).

Und auch eine auf gesicherte oder wahrscheinliche Stentthrombosen fokussierte Analyse offenbarte keine Unterschiede in der Häufigkeit dieser Komplikation sowohl nach zwölf als auch nach 24 Monaten.

Literatur