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02.10.2017 | TAVI | Nachrichten

Aortenklappeninsuffizienz

Paravalvuläre Lecks bei moderner TAVI-Klappe – selten, aber tödlich

Autor:
Veronika Schlimpert

Mit den modernen TAVI-Klappen kommt es nur noch selten zu moderaten oder schweren paravalvulären Lecks, wie eine aktuelle Auswertung einer Registerstudie verdeutlicht. Tritt diese Komplikation aber auf, ist die Prognose der Patienten schlecht.

Paravalvuläre Lecks zählen zu den wichtigsten Komplikationen bei der Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI), die es zu vermeiden gilt. Denn bei moderater bis schwerer Ausprägung geht eine solche Insuffizienz der Prothesenklappe mit einer deutlich erhöhten Sterblichkeit einher.

Nach Einführung neuerer TAVI-Klappensysteme hat die Häufigkeit paravalvuläre Insuffizienzen deutlich abgenommen. In einer aktuellen Analyse des PARTNER II SAPIEN 3-Registers mit 1.592 Patienten, die alle die SAPIEN-Klappe der dritten Generation implantiert bekommen hatten, betrug die Rate an paravalvuläre Lecks mit mindestens moderater Ausprägung 30 Tage nach dem Eingriff gerademal 3,5%. Das Risiko dafür sei damit etwa dreimal geringer als bei den Vorgängermodellen, berichten die Studienautoren um Phillippe Pibarot von der Universität der Kardiologie in Quebec.

Hohe Mortalität bei moderaten bis schweren Formen

Doch wenn eine solches Problem aufgetreten ist, verschlechterte das die Prognose der Patienten beträchtlich. Nach einem Jahr war etwa jeder zehnte betroffene Patient (9,3%) verstorben, 14,2% mussten erneut in die Klinik eingewiesen werden. Die 1-Jahresmortalität war um das 2,4-fache und der kombinierte Endpunkt Mortalität/Rehospitalisation um das 2,3-fache erhöht.

Dagegen hatten milde bzw. milde bis moderate paravalvuläre Regurgatitationen keinen Einfluss auf die Prognose. Selbst mit der neuen Klappe waren solche kleineren Auffälligkeiten mit 32,6% (milde) und 8,2% (mild bis moderat) noch recht häufig vorzufinden. Widersprüchlich ist die bisherige Datenlage, ob sich solche geringfügigen Regurgatitationen auf die Prognose der Patienten auswirken.

Leichte Formen offenbar unproblematisch

Nach Ansicht der Studienautoren sprechen die aktuellen Ergebnisse nicht dafür, eine Korrektur vorzunehmen, wenn leichte Formen von paravalvulären Lecks während oder nach der TAVI zu sehen sind. Selbst im oberen Bereich eines als „mild“ geltenden paravalvulären Lecks (Klasse 3 im angewandten 5-Klassen-Schema) war die 1-Jahresmortalität dieselbe wie von Patienten ohne entsprechende Auffälligkeiten. Allerdings sei bei den betroffenen Patienten häufiger ein erneuter Klappeneingriff von Nöten gewesen, was zur guten Prognose beigetragen haben könnte.

Ausdrücklich weisen Pibarot und Kollegen darauf hin, dass zum Zeitpunkt der TAVI aber alles dafür getan werden sollte, paravalvuläre Lecks von moderater bis schwerer Ausprägung zu vermeiden. Dazu gehören eine umfassende periprozedurale Bildgebung, um solche Komplikationen richtig erkennen und einschätzen zu können, und korrektive Maßnahmen wie z. B. eine Ballonnachdilatation.

Erfreulich ist, dass paravalvuläre Insuffizienzen, die 30 Tage nach der TAVI von moderater bis schwerer Ausprägung waren, sich bei den meisten Patienten (73%). nach einem Jahr um einen Schweregrad verbessert haben. Nach Ansicht der Autoren könnte die kontinuierliche Ausdehnung der äußeren Dichtmanschette der SAPIEN 3-Klappe zu der Rückbildung beigetragen haben, da dadurch die Lücke zwischen Bioprothese und nativen Annulus reduziert wurde.

Literatur

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