Nachrichten 04.10.2019

EUROCTO: Studie zur Revaskularisation chronischer Koronarverschlüsse legt 3-Jahres-Daten vor

Wiedereröffnen oder nicht, das ist die Frage bei chronischen Koronarverschlüssen. Die EUROCTO-Studie deutet darauf hin, dass die Patienten hinsichtlich schwerer kardiovaskulärer Ereignisse zumindest nicht schlechter laufen als optimal medikamentös behandelte Patienten.

Ob Kardiologen es bei chronischen Koronarverschlüssen bei einer optimalen medikamentösen Therapie belassen sollten, oder ob der Versuch unternommen werden sollte, den Verschluss zu rekanalisieren, das ist weiterhin ziemlich umstritten. Bei der TCT-Tagung in San Francisco wurden jetzt von Dr. Gerald Werner vom Klinikum Darmstadt die 3-Jahres-Daten der EUROCTO-Studie vorgestellt. Kernergebnis: Schwere kardiovaskuläre Ereignisse sind auch nach drei Jahren nicht häufiger als bei optimaler medikamentöser Therapie.

Die EUROCTO-Studie wollte ursprünglich 1.200 Patienten rekrutieren. Letztlich wurde nach drei Jahren Rekrutierung im Jahr 2015 bei 448 Patienten aus 26 europäischen Zentren Schluss gemacht, von denen 396 randomisiert wurden. In Deutschland waren Darmstadt, Krefeld/Wuppertal, Bad Berka und Bad Krozingen beteiligt. Die Patienten wurden im Verhältnis 2 zu 1 zu perkutaner Intervention (PCI) oder optimaler medikamentöser Therapie (OMT) randomisiert, letzteres definiert als ASS, Statin, ACE-Hemmer und mindestens zwei antianginöse Medikamente in maximal tolerierter Dosierung.

Leichte Vorteile für die PCI-Gruppe

Beim primären Effektivitätsendpunkt nach 12 Monaten hatte es leichte Vorteile für die PCI-Gruppe gegeben, vor allem bei der Angina-Frequenz und der Lebensqualität. Der jetzt vorgestellte, primäre Sicherheitsendpunkt war ein Komposit aus kardiovaskulärem Tod und Myokardinfarkt nach drei Jahren. Dies trat in der PCI-Gruppe bei 5,0% und in der OMT-Gruppe bei 3,2% der Patienten ein, was kein statistisch signifikanter Unterschied war. Sowohl Todesfälle als auch nicht tödliche Myokardinfarkte waren in der PCI-Gruppe numerisch häufiger.

Wurden zusätzlich ischämiebedingte Koronarrevaskularisationen, Stent-Thrombosen und zerebrovaskuläre Ereignisse als schwere kardiovaskuläre Ereignisse zugelassen, drehte sich das Blatt zugunsten der PCI. Die Raten nach drei Jahren lagen dann bei 10,7% bzw. 20,1%. Dieser Unterschied war signifikant, und er ging praktisch komplett auf das Konto der nachgelagerten Revaskularisationen. Insgesamt 17,5% der ursprünglichen OMT-Patienten wechselten bis zum 3-Jahres-Follow-up in den Interventionsarm.

Literatur

Werner G. Präsentation TCT 2019, San Francisco. 28.9.2019. The three-year safety analysis from the randomised multicentre trial to evaluate the utilization of revascularisation or optimal medical therapy for the treatment of chronic total coronary occlusions. https://www.tctmd.com/slide/euro-cto-3-year-outcomes-randomized-trial-pci-vs-medical-therapy-patients-chronic-total

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