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12.02.2018 | Vaskuläre Erkrankungen | Nachrichten

Topline-Ergebnisse der ACTION-2-Studie

MS-Medikament Natalizumab floppt in der Schlaganfall-Therapie

Autor:
Peter Overbeck

Der bei Multipler Sklerose (MS) erfolgreich genutzte Wirkstoff Natalizumab ist als potenzielle Option auch bei akutem ischämischem Schlaganfall ins Spiel gebracht worden. Eine Phase-IIb-Studie macht nun aber alle Hoffnung auf einen therapeutischen Nutzen des MS-Medikamentes bei dieser Indikation zunichte.

Als Studiensponsor hat das Unternehmen Biogen aktuell sogenannte „Topline“ -Ergebnisse der Phase-IIb-Studie  ACTION-2 bekanntgegeben. „Topline“ bedeutet, dass vorläufig nur über den grundsätzlichen Ausgang der Studie informiert wird, ohne dass bereits Zahlen und Details genannt werden.

Danach ist es in ACTION-2 nicht gelungen, durch  Behandlung mit Natalizumab  den funktionellen Zustand von Patienten nach einem akuten ischämischen Schlaganfall  in relevantem Maß zu verbessern.

Natalizumab war bereits zuvor in der ACTION-Studie bei dieser Indikation klinisch getestet worden. Zwar stellte sich heraus, dass die Behandlung keinen signifikanten Effekt auf das Hirninfarkt-Volumen als primärem Studienendpunkt gehabt hatte. Ergebnisse bei anderen Endpunkten nährten jedoch die Hoffnung, dass Natalizumab dennoch den klinischen Verlauf nach Schlaganfall positiv beeinflussen könnte. Diese „Hypothesen-generierenden“ Befunde sollten dann in der ACTION-2-Studie überprüft werden.

In ACTION-2 sind Wirksamkeit und Sicherheit von  Natalizumab, das in zwei Dosierungen  (300 mg oder 600 mg) verabreicht wurde, bei 270 Patienten mit einem akuten ischämischen Schlaganfall im Vergleich zu Placebo untersucht worden. Ziel war der Nachweis, dass eine Behandlung mit Natalizumab funktionelle Beeinträchtigungen  mindern und die Selbstständigkeit der Patienten im Alltag verbessern kann. Dieser Nachweis misslang. Die Bedeutung von Natalizumab in der MS-Therapie bleibt davon selbstverständlich unberührt.

Das Interesse an Natalizumab als Option für die Schlaganfall-Therapie beruht auf der Beobachtung, dass es nach Hirninfarkten  zu entzündlichen Reaktionen kommt, in deren Verlauf potentiell schädigende Immunzellen ins Gehirn gelangen. Natalizumab bot sich als neuer Wirkansatz an, weil dieser monoklonale Antikörper als  Intergrin α4- Antagonist ein an Entzündungsreaktionen  beteiligtes Schlüsselmolekül hemmt.

Literatur

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