Onlineartikel 17.03.2015

Vorhofflimmern bei Herzinsuffizienz: Erfolg durch Ablation

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz ist Vorhofflimmern eine häufige Begleiterkrankung. Als antiarrhythmische Therapie scheint die Katheterablation durch versierte Spezialisten bei dieser klinischen Konstellation eine bessere Option zu sein als die medikamentöse Behandlung mit Amiodaron.

Eine Koexistenz von Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern ist häufig. Es besteht Interdependenz: Je schwerer die Herzinsuffizienz, desto höher ist die Prävalenz von Vorhofflimmern. Die Arrhythmie kann umgekehrt die kardiale Hämodynamik zusätzlich beeinträchtigen und die Symptome der Herzschwäche verstärken.

Die Möglichkeiten einer medikamentösen antiarrhythmischen Therapie bei Herzinsuffizienz sind sehr beschränkt. Am ehesten kommt noch Amiodaron in Betracht.

Die Katheterablation als mögliche Alternative hat sich bisher hauptsächlich bei Patienten mit normaler Herzfunktion und paroxysmalem Vorhofflimmern als erfolgreich erwiesen. Zur Wirksamkeit dieser Methode bei mit Herzinsuffizienz assoziiertem Vorhofflimmern liegen bisher nur Ergebnisse kleinerer Studien vor. Sie sprechen dafür, dass diese Methode Arrhythmie-Rezidiven vorbeugen und die kardiale Hämodynamik verbessern kann.

Studie bei 203 Patienten

Ergebnisse der bislang größten Studie hat Dr. Luigi DiBiasi aus New York jetzt beim Kongress des American College of Cardiology in San Diego vorgestellt. Dafür sind 203 Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz und persistierendem Vorhofflimmern rekrutiert worden. Alle waren Träger von implantierten Defibrillatoren (ICD) oder CRT-D-Geräten, die in der Studie zur Arrhythmiedetektion genutzt wurden.

Aufgeteilt auf zwei Gruppen sind die Patienten entweder einer Katherablation durch erfahrene Spezialisten unterzogen worden oder auf eine antiarrhythmische Therapie mit Amiodaron eingestellt worden. Ziel bei der Ablation war die Isolation der Pulmonalvenen, allerdings war den behandelnden Kardiologen freigestellt, falls nötig auch eine noch ausgedehntere Ablation vorzunehmen. Das sollte, wie sich später zeigte, für die Ergebnisse von Bedeutung sein.

Rate für Rezidivfreiheit bei 70 Prozent

Die Dauer der Nachbeobachtung betrug im Schnitt 26 Monate. In dieser Zeit blieben in der Gruppe mit Ablation 70 Prozent aller Patienten von rezidivierendem Vorhofflimmern verschont, in der Amiodaron-Gruppe betrug der Anteil nur 34 Prozent.

DiBiasi führt die überraschend hohe Erfolgsrate nach Ablation auf die hohe Expertise der behandelnden Kardiologie. Auch zeigte sich, dass die alleinige Pulmonalvenenisolation (bei 22 Patienten) nicht erfolgreicher war als die Amiodaron-Therapie. Erst wenn ausgedehnter abladiert wurde(bei 80 Patienten), stellt sich eine bessere Wirksamkeit ein.

Auch Gesamtmortalität signifikant niedriger

Auch funktionelle Parameter wie die linksventrikuläre Auswurffraktion und die Gehstrecke (6-Minuten-Gehtest) zeigten sich nach Ablation signifikant stärker verbessert als unter Amiodaron-Therapie.

Die Rate der Klinikeinweisungen war in der Gruppe mit Ablation signifikant niedriger als in der medikamentös behandelten Gruppe (31 versus 57 Prozent), ebenso die Rate für die Gesamtmortalität (8 versus 18 Prozent).

Literatur

American College of Cardiology, 64. Jahreskongress, 14.-16.3.2015, San Diego: DiBiasi L. Ablation vs. Amiodarone for Treatment of Persistent Atrial Fibrillation in Patients with Congestive Heart Failure and an Implanted Device: Results from the AATAC Multicenter Randomized Trial