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30.09.2016 | Vorhofflimmern | Nachrichten

Schlaganfallrisiko

Vorhofflimmern: Auch bei TIA häufig und oft unbehandelt

Autor:
Philipp Grätzel

Nicht nur bei einem ischämischen Schlaganfall, auch bei einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) ist Vorhofflimmern (fast) die Regel. Viele Patienten verlassen das Krankenhaus trotzdem ohne Antikoagulation.

Einmal mehr nutzen die Schweden ihr nationales Schlaganfallregister, um Daten zu Risikofaktoren und Therapieverhalten zu generieren. Sie haben zwischen Juni 2011 und Juni 2013 alle knapp 60.000 Patienten analysiert, die mit einem ischämischen Schlaganfall oder einer TIA im Register registriert wurden und haben nachgesehen, bei welchem Anteil dieser Patienten in den Entlassungsdiagnosen ein Vorhofflimmern auftauchte. Das war beim ischämischen Schlaganfall erwartungsgemäß häufig: Drei von zehn Patienten waren betroffen.

Ältere Patienten besonders betroffen

Ein Vorhofflimmern hatten aber auch zwei von zehn Patienten mit einer TIA, deutlich mehr als die Autoren erwartet hätten. Besonders betroffen waren, auch das nicht überraschend, ältere Menschen. Jenseits des 85. Lebensjahrs hatte fast jeder zweite Patient mit ischämischem Schlaganfall Vorhofflimmern, und bei immerhin jedem dritten Patienten, der „nur“ wegen einer TIA ins Krankenhaus kam, flimmerte ebenfalls der Vorhof.

Die Frage war jetzt, ob diese vielen Patienten mit einem der wichtigsten Risikofaktoren für erneute Schlaganfälle oder TIAs in ihrer Mehrheit wenigstens angemessen behandelt wurden, sprich orale Antikoagulanzien einnahmen. Und hier schneiden die Schweden nicht besser ab als viele andere Länder. Nur 50% der Patienten mit ischämischen Schlaganfall und Vorhofflimmern wurden nach der Entlassung mit Antikoagulanzien behandelt. Bei den TIA-Patienten waren es immerhin 64%.

Frauen erhielten seltener Antikoagulanzien

Höheres Alter war der wichtigste Faktor, der mit einer geringeren Verordnung von oralen Antikoagulanzien einherging. Aber nicht der einzige.

Unabhängig vom Alter erhielten Frauen mit Vorhofflimmern seltener orale Antikoagulanzien als Männer. So waren insgesamt 61,4% der Frauen mit TIA und Vorhofflimmern und 44,7% der Frauen mit Schlaganfall und Vorhofflimmern bei Entlassung antikoaguliert. Bei den Männern waren es 66,6% (TIA) und 56,7% (Schlaganfall).

Literatur

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