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26.01.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Prävention

Wer dauernd sitzt, dem hilft auch Sport nur bedingt

Autor:
Peter Overbeck

Sein Berufsleben im Sitzen zu verbringen und die damit verbundenen Defizite sporadisch durch Sport zu kompensieren, ist ein üblicher Lebensentwurf. So ganz geht das Konzept freilich nicht auf: Sitzen schadet, Sport hin oder her.

Um die Folgen einer überwiegend passiven Lebensweise („sedentary lifestyle“) genauer zu quantifizieren, haben Wissenschaftler um Aviroop Biswas und David A. Alter vom Institute for Clinical Evaluative Sciences in Toronto bzw. der Universität Toronto in einer Metaanalyse 47 Studien, überwiegend Kohortenstudien, ausgewertet.

Sitzender Lebensstil erhöht Risiko

Berücksichtigt wurden solche Studien, deren Daten eine Quantifizierung der passiven, sitzenden Lebenszeit erlaubten und die gleichzeitig Angaben zur körperlichen Tätigkeit enthielten. Auf diese Weise wurde es möglich, die Gesundheitseffekte eines überwiegend sitzenden Lebensstils unabhängig von der körperlichen Betätigung zu analysieren.
Demnach geht ein sitzender Lebensstil mit einer um 24% erhöhten Gesamtsterblichkeit, einer um 18% erhöhten kardiovaskulären Sterblichkeit, einer um 14% erhöhten Inzidenz kardiovaskulärer Erkrankungen, einer um 91% erhöhten Inzidenz von Typ-2-Diabetes sowie mit einer erhöhten Krebsinzidenz und einer erhöhten Krebssterblichkeit einher.

Sport wirkte nur partiell kompensatorisch

Indem sie diese Ergebnisse mit dem Umfang der jeweiligen sportlichen Aktivitäten korrelierten, konnten die Wissenschaftler analysieren, ob sich die negativen gesundheitlichen Effekte der sitzenden Lebensweise durch Sport kompensieren lassen. Dies gelingt nur teilweise. Selbst bei Menschen, die mehrmals pro Woche Sport treiben, seien die gesundheitlichen Auswirkungen einer überwiegend sitzenden Lebensweise noch statistisch nachweisbar, so die Autoren
Ihr Fazit: Es reicht nicht, nach Feierabend gelegentlich Sport zu betreiben. Wer es ernst meint mit dem gesunden Leben, der sollte auch im beruflichen Alltag versuchen, die Zeit auf Stühlen zu reduzieren oder zumindest für adäquaten Ausgleich auch tagsüber zu sorgen.

Literatur